Wichtige Zahlen im Vorfeld zum Apple vs. Epic-Prozess durchgesickert

Nadine Juliana Dressler am 02.05.2021 09:52 Uhr
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Anfang Mai startet der lang erwartete Prozessauftakt im Fall Apple vs. Epic Games. Dabei kommen nun im Vorfeld immer weitere interessante Details ans Tageslicht - unter anderem zu den tatsächlichen Gewinn­spannen von Apps, die bei Apple hängen bleiben.

Denn ein für Epic tätiger Sachverständiger behauptet, dass Apples App Store als Monopolist viel Geld verdient - und zwar deutlich mehr, als der iPhone-Konzern das gern öffentlich kommuniziert. Das allein ist nun vielleicht gar nicht so überraschend - die Tatsache, dass das Online-Magazin Bloomberg nun im Vorfeld des Gerichtsprozesses nun darüber berichtet, schon viel mehr.

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Fragliche Unterlagen vorab durchgesickert

Bevor es überhaupt richtig losgegangen ist mit der Beweisaufnahme, hatten sich beide Unternehmen schon unverhältnismäßig viel öffentlich zu der Klage geäußert. Dabei ist laut Bloomberg nun ausgerechnet der Teil der Berechnungen der Margen von Apple durchgesickert, von dem Apple bereits vor einiger Zeit behauptet hatte, die Berechnungen seien falsch und vor Gericht darum gebeten hatte, die Einkünfte des Unternehmens nicht öffentlich zu machen. Man versucht sogar ein Verbot der Veröffentlichung durchzusetzen, doch ein "Leak" kommt dem jetzt zuvor.

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Es geht dabei um die Behauptung von Epic, dass der Apple App Store im Jahr 2019 eine Gewinnmarge von 78 Prozent hatte. Diese Zahl soll laut Epic beweisen, wie sehr der Store auf ein Monopol aufgebaut sei.

In der Sammelklage heißt es, dass die 30-prozentige sogenannte "Apple Tax" Entwickler dazu zwingt, höhere Preise für Apps im iOS-App-Store zu verlangen. Und da Apple den Nutzern nicht erlaubt, Apps aus den App Stores von Drittanbietern zu laden, haben es iOS-Nutzer schlechter als Android-Nutzer, die - theoretisch - niedrigere Preise erzielen können.

Der Wirtschafts- und Finanzforscher Ned Barnes hat nun für Epic errechnet, dass die operativen Margen des App Stores im Jahr 2019 bei 78 Prozent lagen. Barnes sagte, er habe Dokumente erhalten, "die von Apples Corporate Financial Planning and Analysis Group erstellt wurden und aus den Akten von Apple-CEO Tim Cook stammen". Apple bestreitet die Richtigkeit und bittet das Gericht darum, eine strenge Sperre gegen die öffentliche Diskussion der App Store-Gewinne anzuordnen, da das Auswirkungen auf den Aktienkurs, Investoren und Pensionsfonds haben könnte.

Apple hatte vor einiger Zeit schon einmal erläutert, dass es im Konzern auch keine Einzelaufstellung in den Umsätzen für den App Store gäbe: Apple-CCO Kyle Andeer hatte das bei einer Kongressanhörung erklärt. Er sagte: "Wenn wir den App Store betrachten, ist er für uns kein separates, eigenständiges Geschäft. Es ist eine integrierte Funktion unserer Geräte." Auf der Basis der Einkünfte Umsätze oder Gewinne festzumachen, ob Apple dabei ein Monopol habe und wettbewerbsfeindlich sei, wäre daher nicht zielführend.

Es ist noch nicht ganz klar, worauf Epic mit der Berechnung abzielt. Die Gewinne des App Store stehen im Mittelpunkt der Vorwürfe eines Apple-Monopols, sagen aber wenig über die weiteren Möglichkeiten aus, die Apple Entwicklern lässt, um Abos auch abseits des Stores abzurechnen.

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