Mehr Glasfaser kann kommen: Bund öffnet Förderung für Graue Flecken

Christian Kahle am 27.04.2021 12:39 Uhr
11 Kommentare
Der Breitband-Ausbau könnte in Deutschland demnächst noch einmal deutlich schneller vorangehen. Denn die Bundesregierung öffnet ihre Fördertöpfe nun auch für Regionen, in denen bereits recht akzeptable Bandbreiten genutzt werden können.

In den Breitband-Karten waren bisher all jene Gebiete als Weiße Flecken eingetragen, in denen die Nutzer selbst im besten Fall weniger als 30 Megabit pro Sekunde im Downstream buchen konnten. Hier konnten Kommunen bisher Fördergelder beantragen, mit denen der Netzausbau vor Ort in Angriff genommen werden konnte, wenn die Netzbetreiber aus wirtschaftlichen Erwägungen keine eigenen Maßnahmen planten.

Dann gibt es aber noch die so genannten Grauen Flecken. Dabei handelt es sich um Gebiete, in denen weniger als 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Hier kann man durchaus zugestehen, dass die User genug Bandbreite für die meisten Anwendungen bekommen, allerdings deutet sich bereits an, dass gerade diese Regionen schnell zum Hemmschuh werden können, wenn es um die weitergehenden Ausbaupläne geht. Immerhin will die Bundesregierung inzwischen flächendeckend Gigabit-Anschlüsse bis zum Jahr 2025 anstreben.

Netzbetreibern gefällt das nicht

Bei der Förderung in den Grauen Flecken wird es kaum um vergleichsweise kleinere Updates geben, um beispielsweise DSL etwas zu beschleunigen. Vielmehr dreht sich hier natürlich alles um Glasfaser-Anbindungen. "Der nächste Schub für den Breitbandausbau in Deutschland: Ab sofort können wir den Glasfaserausbau für weitere 2,8 Millionen Anschlüsse fördern, bei denen kein privatwirtschaftlicher Ausbau stattfindet", erklärte der zuständige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Die Öffnung der Förderung bekommt von Seiten der Netzbetreiber aber auch Kritik. Das liegt allerdings nicht daran, dass man direkte Konkurrenz für die eigene Infrastruktur befürchten würde - denn auch hier sind die staatlichen Gelder auf Regionen beschränkt, in denen Telekom und Co. selbst keine Ausbau-Pläne verfolgen. Doch die Provider befürchten, dass es nun ein zunehmendes Wettrennen um die Kapazitäten der ohnehin schon gut ausgelasteten Tiefbaufirmen gibt und man den eigenen Netzausbau deshalb dann nicht so zügig voranbringen kann, wie geplant.

Siehe auch:



Großer Internet-Vergleichs-Rechner
11 Kommentare lesen & antworten
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Verwandte Themen
DSL
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2021 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies