Foxconn: Bauteile für PCs und Co. bleiben noch ein Jahr lang knapp

Christian Kahle, 21.04.2021 12:38 Uhr
Wie auch andere Industrien haben die PC-Hersteller aktuell mit Engpässen bei den Komponenten-Lieferungen zu kämpfen. Beim weltgrößten Auftragsproduzenten Foxconn geht man davon aus, dass die Lage noch bis ins zweite Quartal 2022 schwierig bleiben wird. Insbesondere in der Halbleiter-Branche kamen einige Probleme zusammen. In Erwartung sinkender Absatzzahlen im Zuge von Lockdown-Maßnahmen haben verschiedene Branchen - insbesondere die Autoindustrie - ihre Komponentenbestellungen zurückgefahren. Die Chiphersteller reagierten ihrerseits mit geringeren Produktionsmengen. Dann aber zog die Nachfrage bei den Verbrauchern doch an und die Lieferketten konnten plötzlich nicht mehr mithalten.

Laut Young-Way Liu, dem Aufsichtsratschef Foxconns, lässt sich das entstandene Problem nun allerdings nicht gerade kurzfristig lösen. Denn die Reduzierung der Produktionsmengen ging durch die ganze Fertigungskette bis hinunter zu den rohstoffverarbeitenden Betrieben, führte er gegenüber der DigiTimes aus. Und dort gibt es verschiedene Prozesse, die vor allem viel Zeit in Anspruch nehmen und nicht einfach flexibel hochgefahren werden können.

Lieferkette ist recht unlfexibel

Liu verwies auch darauf, dass die aktuellen kurzfristigen Peaks bei der Nachfrage in erster Linie von den Unternehmen am oberen Ende der Kette stammen und es keine Garantien dafür gibt, dass diese sich auch in gleichem Maße auf dem Endkunden-Markt fortsetzen. So habe es zwar aufgrund des Trends zum Homeoffice einen Nachfrageschub nach PCs und Notebooks gegeben, auf diesen reagierten aber alle Computer-Anbieter mit gestiegenen Fertigungsaufträgen. Es ist aber eben nicht garantiert, dass die nun produzierten Geräte auch alle abgesetzt werden. Immerhin kann es auch schnell geschehen, dass der Markt schnell wieder gesättigt ist - insbesondere, wenn die Einschränkungen aufgrund des Infektionsschutzes wieder zurückgefahren werden.

Foxconn selbst verlässt sich daher nicht darauf, dass der neue Boom bei Computern lange anhält. Das Unternehmen versucht daher auch in verschiedenen anderen Sektoren Fuß zu fassen, die viel klarer als zukünftiger Wachstumsmarkt angesehen werden können. Dazu gehören unter anderem die Elektromobilität, die digitale Gesundheitsversorgung und die Robotik.

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