Stuxnet lässt grüßen: Atomanlage im Iran durch Malware ausgeschaltet

Christian Kahle, 12.04.2021 15:06 Uhr 11 Kommentare
Der Fall erinnert stark an Stuxnet: Erneut ist am Wochenende eine Nuklear-Anlage des Iran ausgefallen. Seitens der Regierung des Landes wird dabei von "nuklearem Terrorismus" gesprochen, womit ein Fremd­verschulden als sehr wahrscheinlich angesehen werden kann. Besonders viele Details gibt es derzeit noch nicht. Klar ist lediglich, dass es zu einer massiven Störung der unterirdischen Atom-Anlage in Natanz gekommen ist. Diese wird vor allem zur Anreicherung nuklearer Brennstoffe eingesetzt. Am Sonntagmorgen soll aber eine massive Störung der Stromversorgung zu erheblichen Problemen geführt haben.

Welchen Umfang diese haben ist nicht genau bekannt. Die Reaktion der staatlichen Stellen im Iran fiel allerdings so heftig aus, dass es sich wohl kaum um nur einen kleinen Störfall gehandelt hat. Ali Akbar Salehi, der Leiter der Atomenergie-Behörde des Landes forderte im iranischen Fernsehen unter anderem ein Eingreifen der zuständigen internationalen Gremien gegen diesen terroristischen Akt.

Bestenfalls Indizien

Salehi beschuldigte Israel, für den Angriff auf IT-Infrastrukturen verantwortlich zu sein, die zu der Störung führten. Dies war einerseits zu erwarten und entbehrt auch nicht einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Denn noch vor allen anderen Medien auf der Welt berichtete quasi die gesamte israelische Presse über die Sache. Daher ist es denkbar, dass die Quelle für entsprechende Informationen in dem Land sitzt.

Hinzu kommt, dass auch Stuxnet wohl israelischen Ursprungs war. Offiziell gibt es zwar für keinen der Fälle eine offizielle Verlautbarung, doch sprachen hier mehr als nur einige Indizien dafür. So behauptete sogar ein hochrangiger Militär-Angehöriger Israels, dass man die Malware damals entwickelt hatte. Stuxnet tauchte im Jahr 2010 auf und attackierte industrielle Steuerungsanlagen. Das Hauptziel des Schadcodes war damals eine Zentrifugen-Anlage im Iran, die weitgehend zerstört wurde. Dadurch wurde das Atomprogramm des Landes um Jahre zurückgeworfen.

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