Gegen "Grusel-Werbung": DuckDuckGo blockiert Googles Cookie-Ersatz

Witold Pryjda am 12.04.2021 14:21 Uhr
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Die Suchmaschine DuckDuckGo hat sich absoluten Datenschutz auf die Fahnen geschrieben, Google indes ist als Datenkrake bekannt. Es ist des­halb keine Überraschung, dass diese beiden "Welten" immer wieder auf­einanderprallen. Das ist auch beim Cookie-Ersatz FLoC nicht anders.

Die gute Nachricht: Das Cookie, wie wir es heute kennen, stirbt. Die Schlechte: Der geplante Ersatz namens Federated Learning of Cohorts (FLoC) ist nicht besser, auch wenn die Lösung das Aus für individuelles Tracking von Nutzern bedeutet. Datenschützer kritisieren die neue Lösung in gewisser Weise nämlich als einen Schritt vor und zwei zurück. "Die Technologie wird die Datenschutzrisiken von Drittanbieter-Cookies vermeiden, aber sie wird dabei neue schaffen", meinte etwa vor kurzem Bennett Cyphers, Datenschutz-Experte bei der Electronic Frontier Foundation (EFF).

Auch bei DuckDuckGo (DDG) ist man in Sachen FLoC überaus skeptisch und hat angekündigt, die neue Methode nicht zu unterstützen bzw. vielmehr zu blockieren. In einem Blogbeitrag heißt es dazu: "FLoC gruppiert einen auf der Grundlage der Interessen und demografischen Daten, die aus dem Browserverlauf abgeleitet werden, um gruselige Werbung und andere zielgerichtete Inhalte ohne Cookies von Drittanbietern zu ermöglichen."

Zwangsbeglückung durch Google

Laut DuckDuckGo habe Google die neue Lösung nach bereits kurzer Zeit für die ersten Nutzer automatisch aktiviert, eine explizite Zustimmung ist hierfür nicht erforderlich. Die Betreiber von DDG stellen Google nicht nur an den Privacy-Pranger, sondern geben auch drei Tipps, wie man FLoC entkommen kann.

Zunächst sollen Anwender, denen die Privatsphäre wichtig ist, keinen Google Chrome verwenden, denn derzeit ist FLoC nur darüber aktiviert. Wer auf Chrome nicht verzichten kann oder will, der soll die Chrome-Erweiterung von DuckDuckGo installieren, bei dieser wurde das Tracker-Blocking entsprechend aktualisiert. Schließlich empfiehlt man, diverse Einstellungen vorzunehmen, diese laufen zumeist darauf hinaus, sich bei diversen Google-Diensten abzumelden.
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