Netzbetreiber: 10 Megabit Upload sind auf Dauer auch gut genug

Christian Kahle, 30.03.2021 15:52 Uhr 27 Kommentare
So oft hierzulande auch über den schleppenden Ausbau einer zukunftsfähigen Glasfaser-Infrastruktur geschimpft wird, können sich die deutschen Nutzer letztlich doch noch halbwegs glücklich schätzen. In den USA droht eine massive Abspaltung ländlicher Räume. Dort hat der größte Netzbetreiber AT&T gerade seine Lobby-Kraft in Gang gesetzt, um gegen die Pläne der jetzt regierenden Demokraten anzukämpfen, eine flächendeckende Breitband-Versorgung mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde durchzusetzen. Solche Bandbreiten erfordern im Grunde einen kompletten Glasfaser-Ausbau, da die aktuell genutzten Breitband-Technologien DSL und Docsis zwar ordentliche Downstream-Raten hinbekommen, beim Upstream aber massiv hinterherhinken.

AT&T hat im Grunde nichts dagegen, Investitionen in Glasfaser in den Metropolregionen zu tätigen. Auf keinen Fall aber will man den ländlichen Raum versorgen. In einem aktuellen Positionspapier, von dem Ars Technica berichtet, heißt es, dass es keine Beweise dafür gibt, dass die Ausgaben auch nur annähernd gerechtfertigt wären, um die Bandbreite von aktuell 50/10 oder 100/20 auf symmetrische 100/100 Megabit pro Sekunde zu zu erhöhen. Uploads mit 10 oder 20 Megabit pro Sekunde würden demnach dauerhaft gut genug für Millionen von Usern sein.

Auswirkungen für deutsche Nutzer

Aus Sicht des Telekommunikationskonzerns würde hier ein massives Überbauen stattfinden - man würde also für viel Geld eine neue Technologie in Regionen legen, die bereits mit einer etwas geringeren Bandbreite akzeptabel versorgt ist und die sich mit den zu erwartenden Kundenzahlen kaum wieder einspielen ließe.

Die Entwicklung der Infrastruktur in den USA betrifft die Nutzer hierzulande zumindest auch indirekt. Denn die großen Technologiekonzerne sitzen nun einmal in den USA und entwickeln Dienste zuerst für die dortigen Nutzer. Wenn nun aber ein guter Teil der potenziellen Nutzerschaft im Heimatmarkt für Anwendungen mit hohem Bandbreiten-Bedarf kaum zu erreichen ist, werden sich entsprechende Angebote nicht oder deutlich zaghafter entwickeln.

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