Plötzlich geraten Nutzer von Torrent-Diensten wieder ins Visier

Christian Kahle, 26.03.2021 10:01 Uhr 15 Kommentare
In den letzten Jahren ist es um die Auseinandersetzung zwischen Rechte­inhabern und BitTorrent-Nutzern ziemlich ruhig geworden. Doch nun kam es gleich zu zwei recht spektakulären Prozessen, die so wohl kaum je­mand erwartet hat. Ein Fall folgte der Schließung der dänischen Torrent-Plattform DanishBits. Die Behörden legten die Seite gemeinsam mit dem Schwesterprojekt Nordicbits im vergangenen Oktober still. Einer der Betreiber wurde in Marokko festgenommen und an Dänemarkt ausgeliefert, seines Partners wurde man in Spanien habhaft. Daraufhin ging natürlich die Sorge um, dass auch andere Torrent-Seiten verstärkt ins Visier geraten - es kam aber doch etwas anders.

In dieser Woche wurde nämlich ein 35-jähriger Mann angeklagt, der laut Anklage lediglich ein Nutzer der Plattform war. Nach Auffassung der Behörden handelt es sich bei ihm allerdings nicht um einen Gelegenheits-User, sondern um einen regelrechten Intensiv-Täter, wie aus einem Bericht des Magazins TorrentFreak hervorgeht. Hier ist von 2453 Fällen von Urheberrechtsverletzungen die Rede.

Das klingt wirklich nach einer Menge, ist aber eigentlich keine unrealistische Größe. Denn der Beschuldigte hat sich unter anderem zahlreiche Serien und Hörbücher über die Torrent-Plattform beschafft und hier kommt man schnell mal auf über hundert Episoden einer Produktion. Und wer nicht regelmäßig seinen Torrent-Client und die Festplatte aufräumt, teilt dann eben auch schnell eine solche Menge mit anderen Usern und macht sich der illegalen Verbreitung schuldig.

Haftstrafe für private Plex-Runde

In einem anderen Fall wurde ein Nutzer ver­ur­teilt, der den Torrent-basierten Plex-Ser­ver ge­nutzt hat. Dieser ermöglicht das Streaming von Inhalten an einen kleinen User-Kreis und dient beispielsweise als Media-Server für eine Familie. Die Anwender müssen dabei allerdings nicht im lokalen Netzwerk sein, sondern können auch über das Internet auf die Videos zugreifen. Das geschah im fraglichen Fall auch.

Insgesamt gerade einmal 21 User - vor allem Familienangehörige, aber auch einige Freunde - griffen über Plex auf das private Angebot zu. Rechtlich stellt das dennoch eine illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material dar. Der Betreiber wurde in Dänemark dann auch immerhin zu einer Be­wäh­rungs­stra­fe von 30 Tagen Haft verurteilt.

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