Perseverance: So klingt es, wenn ein Rover auf dem Mars fährt

Witold Pryjda, 18.03.2021 18:56 Uhr 5 Kommentare
Der Mars-Rover Perseverance ist vor einem Monat erfolgreich und auch spektakulär auf dem Mars gelandet und hat schon seine For­schungs­ar­beit aufgenommen. Das bedeutet, dass er bereits seine Run­den dreht. Und die NASA hat nun Aufnahmen veröffentlicht, wie das klingt. Standbilder vom Mars sind nichts Ungewöhnliches, der neueste Forschungsbotschafter von der Erde ist mit hochwertigen Kameras ausgestattet. Perseverance hat auch bereits mit seiner Mastcam-Z ein beeindruckendes 3D-Video vom Mars geschickt.

Komplett neu ist jedoch, dass Perseverance ein Mikrofon besitzt und dieses sogar die Landung unbeschadet überstanden hat. Letzteres war alles andere als selbstverständlich, da ein solches Audiogerät durchaus empfindlich ist. Und mit diesem Mikrofon nimmt Perseverance auch Aufnahmen seiner Fahrt(en) auf. Die NASA hat nun Ausschnitte davon veröffentlicht und auf Soundcloud kann man hören, wie ein Mars-Rover klingt.

NASA · Sounds of Perseverance Mars Rover Driving - Sol 16 (90-second highlights)


Kratzen ist nicht vorgesehen bzw. geplant

Allerdings dürften die meisten etwas überrascht sein, denn Perseverance klingt anders als man glauben könnte. Denn die Audioaufnahmen erinnern an ein Kratzen oder Fiepen. Das allerdings gehört nicht direkt zum Rover, wie die NASA erklärt: "Das Ingenieurteam von Perseverance untersucht weiterhin die Quelle des Kratzgeräusches, bei der es sich entweder um elektromagnetische Störungen von einer der Elektronikboxen des Rovers oder um Wechselwirkungen zwischen dem Mobilitätssystem und der Marsoberfläche handeln könnte."

Filtert man das Kratzen heraus, dann bleibt ein dumpfes Geräusch übrig, das erahnen lässt, dass Perseverance ein ziemlich schweres Gefährt ist. "Viele Leute wissen nicht, wenn sie die Bilder sehen, dass die Räder aus Metall sind. Wenn man mit solchen Rädern auf Felsen fährt, ist es tatsächlich sehr laut", erklärt Vandi Verma, Senior Engineer und Rover-Fahrer.

"Wenn ich diese Geräusche beim Autofahren hören würde, würde ich anhalten und einen Abschleppdienst rufen", sagte Dave Gruel, der für Kameras und Audio hauptverantwortliche Ingenieur. "Aber wenn man sich eine Minute Zeit nimmt und darüber nachdenkt, was man hört und wo es aufgenommen wurde, ergibt es durchaus Sinn."

Mastcam-Z: Perseverance liefert beeindruckendes Mars-Video in 3D
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