OVH-Feuer: Erste Erkenntnisse zur Brandursache und auch Vorwürfe

Witold Pryjda am 12.03.2021 12:16 Uhr
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In der Nacht zum Mittwoch brach in einem der vier Da­ten­zent­ren des fran­zö­si­schen Hosters OVHcloud ein fol­gen­schwe­res Feuer aus. Ein Data Center wurde zerstört, ein ande­res teil­wei­se. Lang­sam wird klar, wie es zum Brand ge­kom­men ist. Und auch, was schiefgelaufen ist.

OVH-Chef Octave Klaba hat sich mittlerweile mit einer Video-Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Darin erläutert der 46-Jährige, was in der Nacht auf Mittwoch passiert ist und auch, wie es für den größten europäischen Hoster weitergeht.

Der vielleicht interessanteste Aspekt betrifft den Grund: Laut Klaba sei das Feuer in einem Datenzentrum der alten Generation ausgebrochen, SBG2 wurde 2011 gebaut. Insge­samt habe sein Unternehmen noch vier solcher alten Datenzentren, diese werde man in den kommenden Monaten auch ändern bzw. außer Dienst stellen.

OVH Rechenzentrum Feuer in Straßburg

Stromversorgung unter Verdacht

Zum eigentlichen Warum gibt Klaba eine erste Schilderung der Ereignisse, was vor Ort pas­siert ist. Demnach wurde in der Nacht ein Alarm ausgelöst. Erste Personen bzw. Feuerwehr­leute, die zur Stelle waren, mussten das SBG2 aber wegen einer großen Rauchentwicklung verlassen. Es gelang aber, mit einer Thermalkamera Fotos zu machen und diese zeigten, dass zwei für unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) zuständige Einheiten brannten bzw. die Ursache sein könnten.

Vor allem die USV mit der Nummer 7 steht unter Verdacht. Denn diese sei laut Klaba am Tag zuvor gewartet worden, dabei wurden auch viele Teile ausgetauscht, so der OVH-Chef. Mehr könne man dazu aber derzeit nicht sagen. In den kommenden Tagen sollen Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet werden, davon gebe es in den Straßburger Datenzentren insgesamt rund 300.

Die französischen Webseite Le Journal du net indes berichtet, dass es in Straßburg zwar ein Alarmsystem gegeben habe, es derzeit aber nicht bekannt ist, ob das Feuer früh genug erfasst wurde. Eines sei aber klar, so Le Journal du net, nämlich die Tatsache, dass es dort keine automatischen Löschvorrichtungen gegeben habe. So waren in den Straßburger Datenzentren weder eine Sprinkleranlage noch ein Hochdruckzerstäuber bzw. ein System mit inertem Gas zur Unterdrückung des Feuers installiert gewesen.

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