1&1: Roaming mit O2 und Aufbau des neuen 5G-Netzes steht fest

Christian Kahle am 15.02.2021 12:04 Uhr
Die Entscheidung ist nun gefallen: Deutschland wird wieder einen vierten Mobilfunk-Netzbetreiber bekommen. Die Voraussetzungen für den Start des Netzaufbaus durch 1&1 konnten mit einem National Roaming-Ab­kom­men geschaffen werden.

Der Internet-Konzern hatte bei der letzten Frequenz-Auktion eigene Bandbereiche erworben, die für den Betrieb eines 5G-Netzes eingesetzt werden können. Allerdings ist es kaum möglich, eine komplette Mobilfunk-Infrastruktur aus dem Stand bundesweit hinzustellen und erst dann auf die Suche nach Kunden zu gehen. Daher benötigt man vorab zumindest die Möglichkeit eines Einstiegs, indem auch die Netze anderer Anbieter über Roaming-Vereinbarungen mitgenutzt werden können, bis die eigenen Anlagen weit genug verbreitet sind.

Da kam es recht gelegen, dass die Telefonica es bei der Übernahme des E-Plus-Netzes zur Auflage bekommen hatte, die eigenen Kapazitäten bei Bedarf auch an einen neuen Netzbetreiber zu vermieten. 1&1 und Telefonica standen daher seit einiger Zeit im Gespräch, wie die Konditionen eines solchen Roaming-Abkommens aussehen könnten. Nach mehreren Änderungen konnte nun ein Vertrag ausgearbeitet werden, mit dem beide Seiten leben können.

Kein weiterer Klärungsbedarf

Für 1&1 ist dies die Grundvoraussetzung, um überhaupt mit dem Aufbau eines eigenen Netzes zu beginnen. Man kann den ersten Kunden nun also erst einmal 4G-Verbindungen anbieten, die über die Infrastruktur von Telefonica laufen. Mit dem fortschreitenden Ausbau des eigenen Netzes kann man den Nutzern dann außerdem zunehmend auch 5G-Anbindungen bereitstellen. Wenn das 1&1-Netz dann bundesweit ausgebaut ist, dürfte das LTE-Roaming über Telefonica wegfallen.

Über die genauen Konditionen des nun ausgehandelten Vertrages wurden keine Details bekannt gegeben. Allerdings scheinen die Bedingungen, die von der Telefonica gestellt werden, annehmbar genug zu sein, damit 1&1 nicht noch einmal bei den Regulierungsbehörden um Hilfe ersucht. Das war bei einem früheren Vertragsvorschlag noch der Fall und die enthaltenen Klauseln mussten aufgrund des Drucks von Kartellwächtern noch einmal abgeändert werden.

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