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EU-Roaming-Urteil:
Einige Kunden bekommen von O2 Geld zurück

2017 haben die Mobilfunker auf Anweisung der Europäischen Union die Roaminggebühren in der EU abgeschafft. Das war ein zweifellos guter Tag für Verbraucher, doch bei der Umstellung gab es mitunter Hürden. Deshalb hat der EuGH Telefónica/O2 auf die Finger geklopft.
03.02.2021  17:49 Uhr
Das Ende der Roaminggebühren war ein von vielen, ja allen Verbrauchern ersehnter Tag: Denn seit dem Sommer 2017 müssen sich EU-Bürger bei der mobilen Nutzung von Internet und Telefonie keine Gedanken mehr machen, ob sie eine Grenze überschreiten. Die Umstellung lief weitgehend problemlos, aber auch nicht völlig ohne Schwierigkeiten. So hat etwa der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica bei seiner Mobilfunkmarke nicht in allen Fällen eine automatische Umstellung der Verträge durchgeführt. Eine Klage gegen Telefónica, die u. a. vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) durchgeführt wurde und diesen Umstand bemängelt hat, wurde bereits im September 2020 entschieden. Damals folgte der Europäische Gerichtshof der Argumentation der Verbraucherschützer, wonach O2 seine Bestandskunden automatisch in den verbraucherfreundlichen "Roam-Like-At-Home"-Tarif hätte umstellen müssen.

Einigung bei der Umsetzung

Nun haben sich die Beteiligten zur Umsetzung des Urteils geeinigt: So wird Telefónica die noch erforderlichen Umstellungen in den regulierten Roaming-Tarif nachholen. Wer dies nicht wünscht, weil der bisherige Tarif unter Umständen vorteilhafter ist, kann dem auch widersprechen.

Der vzbv erläutert weiter: "Telefónica wird von ihren betroffenen Kunden ab dem 3. September 2020 bis zum Zeitpunkt der Umstellung auf den regulierten EU-Roaming Tarif entweder keine Entgelte erheben, die über die bei Anwendung des regulierten EU-Roaming Tarifs hinausgehen, oder diese Entgelte automatisch zurückerstatten, zum Beispiel per Gutschrift."

In einigen Fällen bekommen Telefónica-Kunden auch Geld zurück, nämlich für den Zeitraum zwischen 15. Juni 2017 und 3. September 2020 - weitere Details finden Kunden auch auf einer dazu von O2 eingerichteten Webseite.

Voraussetzungen für eine Rückerstattung sind hierfür folgende Punkte:

  • Der Kunde hat mit Telefónica bereits vor dem 15. Juni 2017 einen Mobilfunkvertrag geschlossen.
  • Der Kunde hat den Mobilfunkvertrag nach dem 15. Juni 2017 innerhalb der Europäischen Union, bzw. in Liechtenstein, Norwegen oder Island verwendet. Telefónica hat dafür Roaming-Entgelte in Rechnung gestellt, die bei einer Nutzung in Deutschland nicht angefallen wären.
  • Die Höhe der Entgelte müssen Kunden anhand geeigneter Belege wie Rechnungen oder Einzelverbindungsnachweisen darlegen.

Siehe auch: EU-Roaming - Bei O2 nicht immer automatisch - Firma fängt Klage
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