Rechnete sich nicht: Google stellt sein "Internet per Ballon"-Projekt ein

Witold Pryjda, 22.01.2021 10:16 Uhr 2 Kommentare
Google hat sein "Internet per Ballon"-Projekt 2013 gestartet, da­­mals tes­tete der Suchmaschinenriese diese Lösung erstmals. Nach rund acht Jahren zieht Google-Mutter Alphabet nun aber den Stecker bzw. lässt die Luft raus. Grund: Project Loon war nicht wirtschaftlich genug. Google Loon war ein ambitioniertes Projekt, das viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat: Denn der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View wollte mit Ballons, die sich in 20 Kilometern Höhe befinden, schlecht erreichbare Gegenden mit Internet versorgen. Technisch klappte das Ganze auch, doch wie Wired nun berichtet, war Loon nicht wirtschaftlich.

In einem Blogbeitrag schreibt Loon-CEO Alistair Westgarth: "Obwohl wir auf dem Weg dorthin eine Reihe bereitwilliger Partner gefunden haben, konnten wir keinen Weg finden, die Kosten niedrig genug zu halten, um ein langfristiges, nachhaltiges Geschäft aufzubauen."

Google bringt Internet mit Project Loon in die Luft
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"Die Entwicklung einer radikalen neuen Technologie ist von Natur aus riskant, aber das macht es nicht einfacher, diese Nachricht zu verkünden", so Westgarth, schweren Herzens müsse er aber das Aus für Loon bekannt geben.

Erfolg im Fehlschlag

Das Ende für Loon kommt gut zwei Jahre nach dem Verlassen der "Moonshot" genannten Experimentierphase, 2018 wurde Loon zu einem eigenständigen Geschäftsbereich bei Alphabet. Auch X-CEO und Loon-Vorsitzender Astro Teller ("X" ist die Forschungsabteilung des Konzerns) schreibt, dass Loon nicht nachhaltig genug gewesen sei: "Trotz der bahnbrechenden technischen Errungenschaften des Teams in den letzten neun Jahren hat sich der Weg zur Marktreife als viel länger und risikoreicher erwiesen als erhofft."

Als Fehlschlag will Teller Loon aber dennoch nicht bezeichnen, sondern nennt es ein erfolgreiches Experiment: "Wirkliches Versagen ist, wenn die Daten dir sagen, dass das, was du tust, nicht das Richtige ist, und du es trotzdem machst."
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