Alibaba-Gründer ist nach Kritik an chinesischer Regierung verschwunden

Nadine Juliana Dressler am 04.01.2021 18:03 Uhr
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Alibaba-Gründer Jack Ma ist nach Problemen mit der chinesischen Regierung seit einiger Zeit nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Nun machen sich Sorgen breit, was mit dem reichsten Wirtschaftsboss in China passiert ist.

Erst vor gut eineinhalb Wochen hatten chinesische Medien berichtet, dass gegen Alibaba eine Untersuchung gestartet wurde - und dass Jack Ma als Gründer des Konzerns das Land nicht mehr verlassen dürfe. Jetzt heißt es, dass Jack Ma schon seit Oktober nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Der sonst gern medienwirksam-auftretende Ma sei "spurlos verschwunden", meldet die Financial Times.

Erst laute Kritik, dann wochenlang Sendepause

Ob er nun verschwunden ist oder vielleicht untergetaucht ist jetzt die Frage. Ma hatte sich schon 2019 aus dem aktiven Tagesgeschäft bei Alibaba zurückgezogen, war aber weiterhin vor allem durch schrille Auftritte in den Medien bekannt. Nun ist er von der Bildoberfläche verschwunden - zuvor hatte er aber eine kontroverse Kritik an die chinesische Regierung veröffentlicht, die in Mas Augen innovationshemmend sei.

Kartellverfahren läuft

Dafür gibt es aber neue Vorwürfe. So meldete Bloomberg vor Kurzem, dass Ma sich direkt gegenüber der chinesischen Kartellbehörde zu verantworten habe, die ein Verfahren wegen monopolistischer Praktiken seiner Unternehmen eröffnet habe. Dazu soll auch die Auflage gehören, dass Jack Ma persönlich für Fragen bei der Behörde vorstellig werden muss. In Medienberichten wird jetzt spekuliert, ob Mas Verschwinden ganz freiwillig war oder nicht - oder besser gesagt, ob es selbstbestimmt war oder nicht.

Jack Ma hat sich seit Mitte Oktober nicht mehr bei Twitter gemeldet, obwohl er das Netzwerk zuvor regelmäßig nutze. Bei der Gründer-Show "Africas Business Heroes" ist Jack Ma auch nicht mehr mit dabei - eine Erklärung dafür gibt es aber offiziell noch nicht. Aktuell fehlt jede Spur des Unternehmers.

Siehe auch: Jack Ma vollzieht Kehrtwende: Arbeitszeit sollte auf 12 h/Woche sinken
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