VW-Chef will jetzt auch das Stammwerk auf Elektro-Autos umrüsten

Christian Kahle, 16.12.2020 17:05 Uhr 14 Kommentare
Der Autokonzern Volkswagen geht beim Thema Elektromobilität nun noch stärker in die Offensive als bisher. Jetzt soll auch das Stammwerk in Wolfsburg für die Fertigung elektrisch angetriebener Modelle fit gemacht werden. Seit einiger Zeit hatte VW mit einem Ringen um die Machtpositionen im Vorstand zu kämpfen. Hier sind die Dinge nun aber geregelt und Konzernchef Herbert Diess legt bei seiner Konzentration der Umstellung auf Elektromobilität noch einmal nach. Bisher spielten in der Elektro-Strategie vor allem diverse Außenwerke eine Rolle, jetzt kommt das Thema massiv im Wolfsburger Stammwerk an.

Hier soll zukünftig - wahrscheinlich ab 2025 - ein komplett neues Modell für den Massenmarkt produziert werden. Wie aus verschiedenen Medienberichten hervorgeht, hat dieses nichts mit der aktuell entwickelten ID-Serie zu tun, sondern soll unabhängig von dieser vorangetrieben werden. Diess will mit dem Fahrzeug in erster Linie dem immer weiter wachsenden Kon­kur­ren­ten Tesla die Stirn bieten. Das geplante Modell soll auf einer Nachfolger-Plattform der heu­ti­gen Serie beruhen. Die Zielsetzung liegt bei Produktionsmengen von 300.000 Stück im Jahr.

Von Sachsen in die Schweiz: VW ID.3 fährt 26% weiter als angegeben
videoplayer

Produktionszeit halbieren

Parallel orientiert man sich aber auch an dessen Entwicklung. So übernimmt Diess kurzerhand das Ziel Elon Musks, die Herstellung eines Autos auf zehn Stunden zu verkürzen. Das ent­sprä­che der Hälfte der Zeit, die für die Fertigung eines aktuellen ID.3 benötigt wird. Angesichts der länger eingespielten und optimierten Prozesse werde man dabei sogar günstiger als Tesla produzieren können, erklärte der VW-Chef in einer Online-Konferenz mit tausenden Managern des Konzerns.

Der VW-Chef plant darüber hinaus, einen eigenen Vorstandsbereich für die IT einzurichten. Das würde der enorm steigenden Bedeutung des Segments sicherlich gerecht werden. Immerhin liegen die Vorzüge des US-Konkurrenten nicht gerade bei den Fahrzeugen selbst, sondern bei der Elektronik und Software, die den deutschen Herstellern weit voraus ist.

Siehe auch:

14 Kommentare lesen & antworten
Folge WinFuture auf Google News
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2023 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies