Milliarden-Deal: Deutscher Wafer-Fertiger Siltronic nach Taiwan verkauft

Roland Quandt, 10.12.2020 13:56 Uhr 1 Kommentare
Der deutsche Wafer-Hersteller Siltronic hat einem Angebot des Konkur­ren­ten GlobalWafers rund um einen Zusammenschluss der Unternehmen zugestimmt. Dadurch kommt es zu einem Milliarden-Deal in einer Bran­che, die die Grundlagen für die Fertigung von zahllosen Chips schafft. Wie GlobalWafers und Siltronic heute bekanntgaben, hat das letztgenannte deutsche Unternehmen das Übernahmeangebot der Firma aus Taiwan angenommen. GlobalWafers zahlt ganze 125 Euro für jede Aktie von Siltronic, woraus sich ein Kaufpreis in Höhe von rund 3,75 Milliarden Euro ergibt. Letztlich entsteht durch die Übernahme einer der größten Waferproduzenten der Welt.

Neuer Gigant wird praktisch automatisch zum Marktführer

GlobalWafers zahlt rund 10 Prozent Bonus mehr als der aktuelle Aktienkurs von Siltronic. Die Übernahme wurde bereits im November erstmals in Aussicht gestellt, woraufhin die Aktienkurse der beiden beteiligten Firmen kräftig zulegten. Zusammengenommen betreiben die Unternehmen weltweit 20 Wafer-Werke in 10 Ländern.

Der deutsche Chemiekonzern Wacker Chemie hielt bisher 30,8 Prozent der Anteile an Siltronic und hat zugestimmt, seine Aktien im Zuge der Übernahme durch GlobalWafers zu veräußern. Der taiwanische Hersteller hat zugesichert, dass keines der deutschen Siltronic-Werke vor dem Ende des Jahres 2024 geschlossen wird. Unter anderem profitiert GlobalWafers nach eigenen Angaben von Siltronics Fähigkeiten für die Produktion von Wafern für den Einsatz in den Bereichen 5G, Enerige und Internet-of-Things.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird GlobalWafers von Siltronic zum größten Wafer-Hersteller der Welt nach Umsatz betrachtet. Der Marktanteil des kombinierten Unternehmens wird letztlich 32 bis 35 Prozent betragen. Siltronic hat seinen Hauptsitz in München und liefert Silizium-Wafer für Produkte, die in Geräten wie Smartphones, Computern, Navigationssystemen und Displays zum Einsatz kommen. Zu den Kunden des deutschen Unternehmens gehören auch Intel, Samsung und TSMC, die weltweit den Markt für Chipfertigung anführen.
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