Geleakte Infos zeigen: Denuvo-DRM rechnet sich für Spieleanbieter klar

Witold Pryjda am 26.11.2020 16:29 Uhr
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Das Kopierschutzsystem Denuvo ist bei PC-Spielern verhasst, denn die Sekundärverschlüsselung wird für Leistungseinbrüche verantwortlich gemacht. Denuvo wird oftmals schnell geknackt und viele fragen sich: Lohnt sich der Einsatz überhaupt? Die Antwort ist wohl: vermutlich ja.

Offizielle Informationen zu Denuvo und den Herstellern, die auf dieses System setzen, sind rar, denn natürlich will sich keiner der Beteiligten in die Karten gucken lassen. Aus einem Hack stammende Informationen geben nun aber einen Einblick und lassen darauf schließen, dass sich der Einsatz dieses DRM unter dem Strich lohnt, und zwar klar.

Denn wie TorrentFreak berichtet, hat es Mitte Oktober einen Hack auf Ubisoft sowie Crytek gegeben, dabei hatte offenbar die Ransomware-Gruppe Egregor ihre Finger im Spiel. Aus diesem Angriff stammen Informationen, die Einblicke in Denuvo und dessen Einsatz in Crysis Remastered geben.

Dabei sind die Berechnungen von Kosten und Nutzen zwar eher kompliziert bzw. vielschichtig, man kann aber unter dem Strich sagen: Auch wenn Denuvo nach einigen Wochen geknackt wird, so lohnt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach dennoch.

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Gestaffelte Kosten

Der Grundpreis von Denuvo beträgt 60.000 für die ersten zwölf Monate, dazu kommen 80.000 Euro, wenn eine "einzigartige Verschlüsselung" benötigt wird - in Summe sind es also 140.000 Euro. Ganz so viel sind es aber in der Praxis nicht, da Denuvo auch diverse Rabatte anbietet. Das DRM kostet im Fall von Crysis Remastered effektiv 126.000 Euro im ersten Jahr. Der Betrag erhöht sich aber, wenn ein Spiel "besonders erfolgreich" ist, konkret sind es 60.000 Euro, wenn 500.000 Aktivierungen erreicht werden.

Nimmt man im Fall von Crysis Remastered an, dass das Spiel erfolgreich war und mehr als ein halbe Million Exemplare verkauft werden konnten, dann dürfte der Denuvo-Schutz 186.000 Euro gekostet haben - obwohl Crysis Remastered einen Monat nach Release gecrackt wurde.

Nimmt man nun in einer groben Milchmädchenrechnung an, dass ein Spiel im Schnitt 30 Euro gekostet hat, ergeben 500.000 verkaufte Stück einen Umsatz von 15 Millionen Euro - bei Kosten von 186.000 Euro für den Kopierschutz.

Nun kann man nur spekulieren, wie sich Crysis Remastered ohne DRM verkauft hätte, angesichts des Verhältnisses Denuvo-Kosten und Umsatz des Spiels scheint das Risiko, das System einzusetzen recht gering zu sein. Kurz gesagt: Denuvo scheint sich zu rechnen und das klar.
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