Spotify: Hacker "klauen" 350.000 Kontodaten, lassen diese offen liegen

Witold Pryjda am 24.11.2020 18:49 Uhr
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Hacker haben immer noch ein spezielles Image, dieses ist zum Teil von Hollywood inspiriert und hat nicht viel mit der Realität zu tun. Denn die Realität zeigt: Hacker sind mitunter keine Genies, sondern Stümper, die mitunter mehr Glück als Verstand haben. So wie im vorliegenden Fall.

Denn aktuell gibt es den Fall eines massiven Spotify-"Hacks", bei dem unbekannte Täter rund 350.000 Datensätze von Nutzern entwenden oder besser gesagt abgleichen konnten. Von einem klassischen Hack kann man hier aber nur bedingt sprechen, denn laut den bei vpnMentor tätigen Sicherheitsforschern Ran Locar und Noam Rotem haben die Cyber-Kriminellen nicht etwa Bugs ausgenutzt, um erweiterte Zugriffsrechte zu erlangen (via SlashGear).

Holzhammer-"Hack"

Stattdessen wurde hier mit dem sprichwörtlichen Holzhammer gearbeitet und auf Brute Force-Mittel zurückgegriffen. Man hat schlichtweg automatisiert an anderen Stellen geleakte oder abgegriffene Zugangsdaten durchprobiert, um herauszufinden, ob einige davon auch bei Spotify funktionieren.

Ein sicheres Passwort wählen
Infografik: Ein sicheres Passwort wählen

Und die "Hacker" waren damit auch überaus erfolgreich, wie erwähnt 350.000 mal. Allerdings beginnt die eigentliche (kuriose und gleichzeitig bedenkliche) Geschichte erst an dieser Stelle: Denn die Hacker legten die gestohlenen Daten auf einem Cloud-Server ab, und zwar ungesichert. Es ist nicht ganz klar, ob das aus Nachsicht oder Absicht passiert ist, das Ergebnis ist jedoch das Gleiche: Jemand, der auf die Adresse des besagten Cloud-Dienstes Zugriff hatte, konnte die gestohlenen Spotify-Daten einsehen.

Allzu groß dürfte der Schaden aber nicht sein, denn bei betroffenen Nutzern wurden die Passwörter bereits zurückgesetzt. Wer in letzter Zeit auf Spotify einen solchen Reset durchgeführt hat, der sollte nachdenken, ob er diese Mail/Passwort-Kombination auch an anderer Stelle verwendet hat - man sollte auch regelmäßig auf haveibeenpwned überprüfen, ob eine E-Mail in einer Datenbank gestohlener Passwörter aufgetaucht ist. Dass man stets einzigartige starke Login-Daten verwenden sollte, muss man an dieser Stelle natürlich auch anmerken.
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