Nicht abgehoben: Amazon streicht sein Drohnen-Programm zusammen

Roland Quandt, 19.11.2020 16:01 Uhr 1 Kommentare
Eigentlich wollte Amazon wohl noch in diesem Jahr beginnen, erste Lie­ferungen im größeren Stil mit Hilfe von Drohnen abzuwickeln. Jetzt hat das Unternehmen das Team hinter dem Vorhaben aber überraschend deutlich verkleinert und sucht lieber externe Partner. Wie die Financial Times berichtet, hat Amazon kürzlich dutzende Mitarbeiter seines Ablegers Amazon Prime Air entlassen, die sich mit der Entwicklung und Forschung sowie der Fertigung von Drohnen beschäftigten. Offenbar brachten die internen Bemühungen des Teams nicht die gewünschten Ergebnisse - oder es gab Probleme mit der Einhaltung von Zeitplänen.

Amazon: Erste kommerzielle Drohnen-Lieferung durchgeführt
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Amazon will stattdessen lieber mit einer Reihe externer Drohnenspezialisten kooperieren, um sein Programm für die Lieferung auf der letzten Meile per Luftweg umzusetzen. Entsprechende Verhandlungen sollen bereits kurz vor dem Abschluss stehen, wobei mehrere europäische Unternehmen als Partner ausgewählt worden sein sollen.

Dem Bericht der Zeitung zufolge will Amazon mit der österreichischen Firma FACC Aerospace und dem spanischen Unternehmen Aernnova zusammenarbeiten. Die konkreten Bedingungen der Kooperation werden derzeit zwar noch verhandelt, es könnte aber wohl schon sehr bald zu einer Einigung kommen, heißt es.

Amazon plant außerdem angeblich auch eine Kooperation mit einer Reihe von weiteren Partnern, wohl um sich in Sachen Drohnen und der dafür nötigen Technologien möglichst breit aufzustellen. Bisher hatte der weltgrößte Online-Versandhändler mit einigem Aufwand versucht, eine Reihe verschiedener Drohnenkonzepte zu verfolgen und für den breiten Einsatz vorzubereiten.

Erst im Juni 2020 hatte man noch vollmundig erklärt, dass man "innerhalb von Monaten" beginnen wollte, Lieferungen per Drohne abzuwickeln. Ob daraus nun noch etwas werden kann, ist aufgrund der jüngsten Entwicklungen dann doch wieder fraglich.
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