Brandgating: Bundeskartellamt prüft Absprachen von Apple & Amazon

Roland Quandt, 29.10.2020 14:52 Uhr 5 Kommentare
Das Bundeskartellamt hat Ermittlungen gegen Amazon und Apple einge­leitet, weil die beiden Firmen durch sogenanntes "Brandgating" den Ver­trieb von bestimmten Markenprodukten durch freie Händler unterdrückt haben sollen, während Amazon selbst die Erzeugnisse durchaus vertreibt. Wie das Bundeskartellamt heute mitteilte, ermittelt die Behörde seit kurzem gegen Apple und Amazon, weil man prüfen will, ob die von Amazon durchgesetzten Regelungen des so­ge­nann­ten "Brandgating" möglicherweise gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. Dabei un­ter­bin­det Amazon den Verkauf von Produkten bestimmter Markenhersteller - in diesem Fall Apple - durch Drittanbieter, um selbst die Möglichkeit zu bekommen, diese Erzeugnisse mit Erlaubnis des jeweiligen Herstellers zu verkaufen.

Amazon erlaubt nur noch Verkauf durch autorisierte Apple-Partner

Seit Beginn des Jahres 2019 können laut dem Bundeskartellamt nur noch solche Anbieter Apple-Produkte über Amazon und seinen Marktplatz verkaufen, die auch als offizielle "Apple-autorisierte" Verkäufer gelten. Amazon selbst ist mittlerweile ein solcher autorisierter Händler und darf die Apple-Produkte deshalb uneingeschränkt verkaufen.

Gleichzeitig geht Amazon aber mit seinem sogenannten "Brandgating" gegen Drittanbieter vor, die die Plattform für den Vertrieb von Apple-Produkten nutzen wollen, ohne ein von Apple autorisierter Verkäufer zu sein. Offiziell werden diese Einschränkungen mit dem Versuch begründet, die Kunden vor Fälschungen und minderwertigen Produkten schützen zu wollen.

Das Bundeskartellamt will nun prüfen, ob dabei alles mit rechten Dingen zugeht, da man befürchtet, dass das Brandgating letztlich auch zum Ausschluss von Verkäufern regulärer Produkte und somit zu einer Benachteiligung dieser Anbieter führt. Es dürfe keine Behinderung des Wettbewerbs geben, so die Begründung der Kartellbehörde. Apple begründete die Praxis ebenfalls mit dem Wunsch, die Sicherheit seiner Kunden garantieren zu wollen.
5 Kommentare lesen & antworten
Folge WinFuture auf Google News
Verwandte Themen
Apple
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2022 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies