Voyager: 15 Mikrometer kleines Star Trek-Raumschiff bewegt sich selbst

Witold Pryjda am 27.10.2020 11:48 Uhr
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3D-Drucker sind zuletzt von einem Kuriosum und einer Spielerei zu einem wichtigen Werkzeug geworden. Denn damit lassen sich wichtige und not­wendige Komponenten aller Art herstellen. Die Größe spielt kaum noch ei­ne Rolle - im Großen, aber auch im (mikroskopisch) Kleinen.

Die "echte" U.S.S. Voyager wäre 345 Meter lang, zumindest dann, wenn man das Star Trek-Raumschiff, das sieben Staffeln lang im Delta-Quadranten unterwegs war, originalgetreu nachbauen würde. Welche Ausmaße das größte Modell der Voyager hat, können wir spontan nicht sagen, seit kurzem ist aber bekannt, welche Maße der kleinste Nachbau hat, nämlich rund 15 Mikrometer.

Geschafft haben dieses 3D-Druck-Kunststück Forscher der Universität in Leiden, der ältesten Universität der Niederlande. Die Wissenschaftler dort experimentieren bereits seit einer Weile mit einem mikroskopischen 3D-Drucker, der in der Lage ist, Objekte in Mikrometer-Größe herzustellen.

3D-Druck: Mikroskopische USS Voyager
Die Mikroschwimmer der Forscher der Universität Leiden (Quelle: Soft Matter Journal)

Mehr als nur Spielerei

Dabei handelt es sich nicht um ein bloßes "Wir gucken, wie klein wir es bekommen" - die ausgedruckten 3D-Objekte haben einen konkreten Zweck: Sie sind so genannte künstliche Mikroschwimmer. Ihr Zweck ist es, sich selbstständig durch Flüssigkeiten zu bewegen. Sie kommen allerdings nicht durch einen Motor im herkömmlichen Sinn voran, sondern durch eine chemische Reaktion (Platin und Wasserstoffperoxid). Zweck dieser Forschung ist der Wunsch, die Funktionsweise von biologischen Mikroschwimmern wie Spermien, Bakterien und weißen Blutkörperchen besser zu verstehen (Quelle: Soft Matter Journal, via PC Gamer).

Im Zuge der 3D-Druck-Experimente haben die Forscher zunächst nur simple Formen herstellen können. Inzwischen wagt man sich an komplexe Objekte heran, das Star Trek-Raumschiff ist wohlgemerkt nicht das bisherige Glanzstück der Leidener 3D-Druck-Experten.

Denn man hat auch eine 30 Mikrometer kleine Version des Boots namens "3DBenchy" gedruckt. Das Schleppschiff-Modell gilt durch seine verhältnismäßig komplexe Geometrie als besonders schwieriges Test-Objekt für 3D-Drucker, der Name spielt natürlich auf das Wort Benchmark an.
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