DDoS-Welle richtet sich gegen zahlreiche Provider in Europa

Christian Kahle, 04.09.2020 10:26 Uhr 4 Kommentare
Diverse Internet-Provider in Europa müssen sich aktuell mit heftigen DDoS-Attacken herumschlagen. Bisher ist die Quelle der Angriffe nicht enttarnt worden und entsprechend weiß auch niemand, welche Beweg­gründe der oder die Täter haben. Über ein Dutzend Provider in mehreren europäischen Ländern hat es in den vergangenen Tagen bereits getroffen, wie aus einem Bericht des US-Magazins ZDNet hervorgeht. Bisher richteten sich die Attacken vor allem gegen Netzanbieter aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass in der nächsten Zeit auch noch ISPs in anderen Ländern attackiert werden.

Dafür spricht der Verdacht, dass die Täter auch schon für andere DDoS-Aktionen der letzten Zeit verantwortlich sind. Das betrifft unter anderen den Angriff, der den Ausfall eines Teils der CenturyLink-Infrastruktur zur Folge hatte. Durch die Probleme bei dem großen Backbone-Betreiber waren am vergangenen Wochenende diverse große Online-Angebote zeitweise nicht erreichbar. Dem gingen außerdem verschiedene Attacken auf Finanz-Dienstleister wie MoneyGram, YesBank India, Worldpay, PayPal, Braintree und Venmo voraus.

Auch andere Ziele

Es gibt keine klaren Belege da­für, dass hin­ter all dem die glei­chen Leu­te stecken. Doch die Indi­zien sprechen dafür. Immer­hin erfol­gten alle An­grif­fe mit einer ähn­lichen Feuer­kraft und rich­teten sich alle­samt gegen die DNS-Infra­struk­turen, die von den gro­ßen Ange­boten für die Or­gani­sa­tion ihrer Arbeit be­nötigt werden.

Auf Seiten der Angreifer konnten bis zu 300 Gigabit pro Sekunde aufgebracht werden, mit denen Datenpakete auf die Ziele geschickt wurden. Das ist schon eine ordentliche Wucht, die noch dadurch gesteigert werden kann, dass Services attackiert werden, die gewöhnlich mit weitaus größeren Antworten reagieren und die sich somit schnell selbst überlasten. Teils dauerten die Angriffe über vier Stunden an, danach versiegten die Datenströme, um einige Zeit später anderswo wieder aufzutauchen.

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