VW-Chef: E-Auto gewinnt - Verbrenner-Lobby auf verlorenem Posten

Christian Kahle am 02.09.2020 14:42 Uhr
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Aus Sicht des Konzernchefs Volkswagens ist es nicht sinnvoll, noch länger an Verbrenner-Technologien festzuhalten. Das Elektroauto werde sich durchsetzen, nicht nur weil es klimafreundlicher, sondern auch ange­nehmer zu fahren ist.

"Elektrifizierung ist die Lösung, um die Klimaziele zu erreichen und trotzdem mobil zu bleiben", erklärte Diess und verwies auf die Publikation einer neuen Studie aus den Niederlanden, in der die Klimabilanz von Elektroautos genauer untersucht wurde. Diese kam zu dem Schluss, dass die Stromer eine wesentlich bessere CO2-Bilanz aufweisen, als bisher angenommen - unter anderem, weil in älteren Untersuchungen unrealistisch schlechte Annahmen zur Batterie-Produktion getroffen wurden.

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass der anfänglich recht hohe Einsatz für die Fertigung des Akkus wieder kompensiert ist. Nach rund 30.000 Kilometern Lebensfahrleistung zieht der Stromer selbst an modernen Verbrennern vorbei und tickert von da an Pluspunkte auf sein Klimakonto. "Der Vergleich würde noch viel eindeutiger ausfallen, wenn man nicht nur Deutschland zum Maßstab macht, sondern z.B. Frankreich, Skandinavien, Österreich, die Schweiz mit einbezieht", ergänzte Diess unter Verweis auf den Strommix.

Diess erwartet weniger Unfälle

Für den VW-Chef ist ange­sichts dessen klar: "Das E-Auto setzt sich durch - trotz einer star­ken Ver­brenner-Lobby, histo­risch nied­riger Diesel­preise und gerade in Deut­schland viel zu gerin­ger CO2-Besteue­rung." Bei VW ver­zeichne man ent­sprechend auch steigende Zu­lassungs­zahlen und ein großes Inte­resse am neuen ID.3, dem ersten von Grund auf als Elektro­fahrzeug konzi­pierten Serien­modell des Unternehmens.

Dazu tragen aus Sicht des Konzernchefs auch andere Faktoren bei. "Man wird bald auch bemerken, dass mit E-Fahrzeugen gelassener und vorausschauender gefahren wird und damit Unfallzahlen und auch Versicherungsprämien sinken werden", führte er weiter aus. "Wahrscheinlich sinken auch die Stände der Punktekonten in Flensburg."

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