Nvidia stellt GeForce RTX 3000-Serie mit brachialer Leistung vor

Johannes Schaller am 01.09.2020 22:40 Uhr
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Nvidia hat heute Abend die von vielen PC-Spielern gespannt erwartete neue Grafikkartenreihe GeForce RTX 3000 vorgestellt. Die Präsentation wurde von Nvidia-CEO Jensen Huang persönlich vorgenommen und of­fen­bar­te gleich drei echte Überraschungen.

Die neuen GeForce RTX 3000-Grafikkarten von Nvidia sind endlich offiziell. Was Bezeichnung und Speicherausstattung betrifft, lagen die jüngsten Gerüchte richtig. In den kommenden Wochen werden die GeForce RTX 3070 mit 8 Gigabyte, die RTX 3080 mit 10 Gigabyte und die RTX 3090 mit satten 24 Gigabyte VRAM in den internationalen Handel kommen. Womit allerdings niemand in der Form gerechnet hat, ist, mit welch hervorragendem Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis alle drei Modelle aufwarten können.

Nvidia Ampere: GeForce RTX 3080 verspricht großen Leistungssprung
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Ampere überflügelt Turing um das Doppelte

Die diesjährigen GeForce-Grafikkarten für PC-Gamer basieren auf der brandneuen Ampere-Architektur von Nvidia und werden rund zwei Jahre nach den ersten GeForce RTX-Modellen mit Turing-GPUs auf den Markt kommen. Als neues Unternehmensflaggschiff bezeichnet der Grafikchipspezialist die GeForce RTX 3080, welche gemäß den offiziellen Datenblättern nahe­zu doppelt so schnell sein soll wie die RTX 2080. Aber selbst die gegenwärtig kleinste Am­pere-Karte, die RTX 3070, soll die bislang nahezu unantastbare 1500-Euro-Lösung GeForce RTX 2080 Ti in den Schatten stellen. Gewissermaßen als Nachfolger von sowohl der RTX 2080 Ti als auch der RTX Titan-Modelle positioniert Nvidia schließlich die GeForce RTX 3090, mit der explizit auch das professionelle Marktsegment angesprochen werden soll.

Angesichts dieser Leistungsversprechen des US-Unternehmens liegt die Vermutung nahe, dass sich Nvidia die neuen GeForce RTX 3000-Modelle teuer bezahlen lassen will. Dem ist aber nicht so. Die Grafikkarten sind zwar alles andere als günstig, werden aber trotz des bislang größten Generationssprungs bei Nvidia-GPUs zum selben Preis angeboten werden als ihre jeweiligen Vorgängermodelle. Die GeForce RTX 3090 trägt demnach eine unverbindliche Preisempfehlung von 1499 Euro, die RTX 3080 von 699 Euro und die RTX 3070 von 499 Euro.

Daten der Geforce RTX 3000-Serie
Modell RTX 3090 RTX 3080 RTX 3070
Architektur Nvidia Ampere
CUDA-Kerne 10496 8704 5888
GPU-Takt 1,7 GHz (Boost) 1,71 GHz (Boost) 1,73 GHz (Boost)
Speicher 24 GB GDDR6X 10 GB GDDR6X 8 GB GDDR6
Bandbreite 384-bit 320-bit 256-bit
Leistungsaufnahme 350 Watt 320 Watt 220 Watt
Stromversorgung 2x 8-Pin 2x 8-Pin 1x 8-Pin
Bauhöhe 3 Slots 2 Slots 2 Slots
PCIe 4. Generation
UVP 1499 Euro 699 Euro 499 Euro

Geforce RTX 3090

Die leistungsstärkste Grafikkarte der neuen GeForce RTX 3000-Familie wartet mit 10496 CUDA-Kernen, einem GPU-Boost-Takt von 1700 Megahertz und 24 Gigabyte von pfeil­schnel­lem GDDR6X-Videospeicher auf. Letzterer ist mit einem 384 Bit breiten Interface direkt an die GPU angebunden. Die gesamte Karte wird von Nvidia mit einer TDP (Thermal Design Power) von 350 Watt spezifiziert. Zu kaufen sein soll diese Monsterkarte ab dem 24. Sep­tem­ber 2020.

GeForce RTX 3080

Die von Nvidia als neues Flaggschiff deklarierte RTX 3080 bietet 8704 CUDA-Kerne und einen Boost-Takt von 1710 Megahertz. Bei den 10 Gigabyte VRAM handelt es sich wie bei der RTX 3090 um GDDR6X-Speicher, dessen Anbindung an die GPU jedoch auf ein 320 Bit breites Inter­face heruntergeschraubt wurde. Die TDP der RTX 3080 gibt der Hersteller mit 320 Watt an. Als Verfügbarkeitsdatum im Handel wird der 17. September ausgerufen.

GeForce RTX 3070

Die GPU des neuen RTX 2080 Ti-Killers von Nvidia verfügt über 5888 CUDA-Kerne und kann einen Boost-Takt von 1730 Megahertz erreichen. Beim VRAM kommen in diesem Fall be­währ­te 8 Gigabyte GDDR6-Speicher zum Einsatz, die ein 256-Bit-Interface nutzen. Ob sich diese Speicherbestückung in künftigen Spielen der nächsten Generation als limitierender Faktor erweisen wird, muss sich erst zeigen. Die TDP der gesamten Karte wird mit 220 Watt an­ge­ge­ben. Auf dem Markt verfügbar sein wird die RTX 3070 im Oktober.

Nvidia GeForce RTX 3000-Serie: Offizielles Pressematerial

Allen Nvidia-RTX-Neuvorstellungen gemein ist die gesteigerte Leistung nicht nur der ge­wöhn­lich­en Shader-Einheiten, sondern auch der speziellen Raytracing-(RT)- und Tensor-Kerne. Laut Hersteller warten alle Ampere-GPUs mit RT-Cores der zweiten und KI- be­zieh­ungs­wei­se Tensor-Cores der dritten Generation auf. Gerade unter Raytracing-App­li­ka­tio­nen sollen die neuen RT-Cores um das 1,7-fache schneller arbeiten als die RT-Core der älteren Tu­ring-Gra­fik­kar­ten. Als Ausblick auf das, was durch die RTX 3000-Modelle mög­lich wird, ver­öf­fent­lich­te Nvidia unter anderem neue Trailer der kommenden Spielehits Cyberpunk 2077 und Call of Duty: Black Ops Cold War. Zu sehen war dabei natürlich jeweils die PC-Fassung mit aktivierten Raytracing-Effekten.

Cyberpunk 2077 - Neues Gameplay mit der GeForce RTX 30-Serie
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8-nm-Fertigung, PCIe 4.0 und mehr

Die Ampere-GPUs der GeForce RTX 3000-Serie werden von Samsung im 8-Nanometer-(nm)-Verfahren für Nvidia produziert. Der Fortschritt vom 12-nm-Prozess der Turing-GPUs auf die 8-nm-Fertigung sorgt sowohl für eine gesteigerte Transistordichte als auch eine höhere Energieeffizienz bei den neuen Chips.

Zusammen mit den neuen GeForce RTX-Mo­del­len führt Nvidia auch mehre neue Hard- und Software-Features für die PC-Plattform ein. Dank Unterstützung von PCI Express 4.0 der Ampere-Grafikkarten und einer neuen Tech­no­lo­gie namens RTX IO sollen sich Ladezeiten bei Games deutlich verkürzen und das Streaming neuer Spiel-Assets drastisch optimieren lassen. Nvidia nutzt dabei die Leistung der GPU um Daten von der SSD schnellstmöglich auszulesen.

Für Streamer und E-Sports-Fans dürften sowohl Nvidia Broadcast als auch Nvidia Reflex interessant sein. Diese beiden Software-Neuheiten werden Teil des GeForce-Treiberpakets beziehungsweise der GeForce Experience werden. Nvidia Reflex soll für eine deutlich niedrigere Latenz bei Multiplayer-Shootern wie Apex Legends, Call of Duty: Warzone, Fortnite und Valorant sorgen. Nvidia Broadcast wird mit Hilfe von KI umfassende An­pas­sungs­mög­lich­kei­ten für Live-Übertragungen von Spieleinhalten mitbringen. Dazu gehören etwa ein regelbarer Unschärfeeffekt für den Bildhintergrund oder das Herausfiltern von störenden Hintergrundgeräuschen während des Streamings.

Founders Editions und Custom Designs zum Launch

Nvidia selbst wird die GeForce RTX 3070, RTX 3080 und RTX 3090 zur Markteinführung wie von früheren Grafikkarten-Launches bekannt jeweils als sogenannte Founders Edition ver­kau­fen. Insbesondere bei den beiden Topmodellen kommen dabei aufwendige, neu de­sign­te Kühllösungen zum Einsatz. Es wird zu allen drei Varianten der RTX 3000-Reihe aber recht­zei­tig zur Markteinführung auch von Drittanbietern wie Asus, Gigabyte oder MSI ent­wick­el­te Custom Designs zu kaufen geben. Diese sollen zum Teil bereits ab Werk über­tak­tet sein. Erste unabhängige Tests müssen dann zeigen, was diese Karten tatsächlich im Stande sind zu leisten.

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