Spannungen zu groß: US-Unterseekabel nach Hongkong unvollendet

Christian Kahle am 31.08.2020 16:39 Uhr
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Ein über Jahre geplanter und gebauter Internet-Backbone wird aufgrund des immer weiter eskalierenden Konflikts zwischen den USA und China nicht zu Ende verlegt. Kurz vor Hongkong ist Schluss, wie nun endgültig entschieden wurde.

Bei der Sache geht es um ein Unterseekabel, das in Kooperation von Google und Facebook durch den Pazifik gelegt wurde. Dieses beginnt auf amerikanischer Seite im kalifornischen Los Angeles und sollte in Hongkong sein am weitesten entferntes Ziel erreichen. Aufgrund dessen, dass die chinesische Regierung ihren Einfluss auf die Sonderverwaltungszone immer schneller ausbaut, hatte man bereits vor einiger Zeit die Ausbauarbeiten vorerst gestoppt.

Nun steht endgültig fest, dass die letzte Teilstrecke nicht fertiggestellt wird, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht. Auf asiatischer Seite wird das Kabel an den eigentlich als Abzweigungen vorgesehenen Punkten in Taiwan und auf den Philippinen enden. Das bestätigte jetzt auch die US-Telekommunikationsbehörde FCC unter Berufung auf geänderte Anträge der Betreiber.

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Zu enge Verbindungen nach Peking

Unklar ist derzeit aller­dings noch, wel­che Fol­gen der Schritt auf die Koope­rations-Ver­träge der US-Kon­zerne haben wird. Denn die Ver­bin­dung wurde gemein­sam mit der Hong­konger Firma Pacific Light Data Commu­nication geplant, die nach Ein­schätzung von US-Sicher­heits­kreisen aber über enge Verbin­dungen zu chine­sischen Staats­unternehmen unter­hält. Das hatte bereits Inter­ventionen gegen das Projekt zur Folge.

Die FCC hatte in der Folge vorerst auch nur Betriebsgenehmigungen für die Abzweige erteilt. Bei Google und Facebook kam man nun wohl zu dem Schluss, dass es kaum Aussicht auf Erfolg hätte, in der aktuellen Situation auch eine Lizenz für die Verbindung nach Hongkong zu beantragen. Die bereits eingereichten Anträge wurden zurückgezogen. Ob die nun ergangenen Beschlüsse die Option einer späteren Erweiterung zulassen, ist derzeit nicht bekannt.

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