Film-Piraterie-Gruppen in heller Aufregung: Behörden rollen Szene auf

Christian Kahle, 27.08.2020 08:25 Uhr 106 Kommentare
In der Piraterie-Szene herrschte in den letzten Stunden einige Aufregung. Mehrere große Release-Gruppen aus dem Film-Bereich sollen abgetaucht sein, nachdem es in Skandinavien zu polizeilichen Durchsuchungen bei anderen Beteiligten kam. Für gewöhnlich feiern staatliche Behörden es in ihrer Öffentlichkeitsarbeit groß ab, wenn ein Schlag gegen hochrangige Vertreter der Piraterie-Szene gelingt. Das ist aktuell aber nicht der Fall und offizielle Informationen tröpfeln nur auf Nachfrage heraus. Das deutet darauf hin, dass die Ermittler davon ausgehen, in den kommenden Tagen oder Wochen noch weitaus mehr Beteiligte dingfest machen zu können.

Schon jetzt hat die Release-Szene aber einige heftige Treffer abbekommen. Laut einem Bericht des Magazins TorrentFreak stehen vor allem führende Köpfe der Sparks-Gruppe im Visier der Behörden. So wurde gestern eine Klageschrift öffentlich freigegeben, die seitens einer US-Staatsanwaltschaft bereits im Januar gegen den britischen Staatsbürger George Bridi eingereicht wurde. Dieser sei am Sonntag über eine Interpol-Fahndung auf Zypern verhaftet worden. Am Dienstag folgte die Festnahme eines weiteren Verdächtigen im US-Bundesstaat Kansas.

The Artist im Visier

Gefahndet wird außerdem nach einem norwegischen Staatsbürger, der in der Szene als "The Artist" bekannt ist. Im Zuge dessen gab es Berichten mehrerer Informanten zufolge Razzien in Norwegen und Schweden. Das soll auch verschiedene Mitglieder von Gruppen wie Geckos, Drones, Rover und Splinters getroffen haben, die enge Verbindungen zu Sparks unterhielten. Auch Teile der Server-Infrastruktur wurden wohl ausfindig gemacht und beschlagnahmt.

Das weitgehende Schweigen der Ermittlungsbehörden vor allem in Europa deutet darauf hin, dass hier noch mehr passieren kann. Das US-Justizministerium verwies bereits darauf, dass es mit Unterstützung von Eurojust und Europol Polizeiaktionen in 18 Ländern außerhalb der USA gab.

In der Release-Szene herrscht entsprechend weit über die genannten Gruppen hinweg Aufregung. Denn insbesondere The Artist soll deutlich weitergehende Kontakte und Kooperationen über diese hinaus gepflegt haben. Außerdem zeigen die bisher veröffentlichten offiziellen Dokumente, dass die Ermittlungen mindestens bis ins Jahr 2011 zurückreichen und wohl entsprechend großflächig angelegt sind.

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