Zuckerberg soll Trump zu Sanktionen gegen TikTok bewegt haben

Tobias Rduch am 24.08.2020 14:36 Uhr
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Die Video-Plattform TikTok ist in den Vereinigten Staaten aktuell großem politischen Druck ausgesetzt. Die Regierung möchte den Dienst sperren lassen, sofern das US-Geschäft nicht abgegeben wird. Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg scheint daran nicht ganz unbeteiligt zu sein.

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Mark Zuckerberg sich schon im letzten Jahr gegen TikTok gerichtet und den wachsenden Einfluss von chinesischen Firmen kritisiert. Ihm zufolge legen US-Unternehmen großen Wert auf freie Meinungsäußerung. Auf TikTok werden bestimmte Inhalte, beispielsweise Erwähnungen von Protestbewegungen, hingegen zensiert.

Diesen Standpunkt soll Zuckerberg auch bei einem privaten Abendessen mit Trump vertreten haben. Das schnelle Wachstum von chinesischen Firmen wie TikTok bedrohe die Wirtschaft und stelle ein wichtigeres Thema als die Regulierung der eigenen Social-Media-Plattform dar.

TikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland
Infografik TikTok: Nutzer weltweit und in Deutschland

Gespräche mit mehreren Senatoren

Mark Zuckerberg soll allerdings nicht nur mit dem Präsidenten, sondern auch mit mehreren Senatoren gesprochen haben. Anschließend hat der Demokrat Chuck Schumer eine Un­ter­su­chung von TikTok gefordert, die dann auch von der Regierung eingeleitet wurde. Darüber hi­naus hat Facebook in diesem Jahr die Lob­by­or­ga­ni­sa­tion American Edge gegründet. Die Gruppe setzt sich für US-amerikanische IT-Konzerne und deren Rolle in der Wirtschaft ein.

TikTok muss jetzt verkauft werden

Die US-Regierung wirft dem TikTok-Betreiber Bytedance vor, Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Daher wurde der Konzern dazu gezwungen, sein US-Geschäft an ein US-Unternehmen zu verkaufen. Sollte bis November keine Übernahme erfolgt sein, so könnte der Dienst in den Vereinigten Staaten verboten und gesperrt werden. TikTok hatte bereits angekündigt, gegen diese Entscheidung klagen zu wollen. Neben Microsoft sind auch Twitter und Oracle an einer Übernahme von TikTok interessiert. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen hat Facebook selbst jedoch keine Möglichkeit, TikTok aufzukaufen.

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