OTA-Update-Panne: Porsche Taycan bekommt Software in der Werkstatt

Nadine Juliana Dressler am 12.08.2020 18:42 Uhr
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Der neue Porsche Taycan muss für ein Software-Update in die Werkstatt: Die eigentlich angedachte "Over-the-Air"-Aktualisierung funktioniert für das geplante umfangreiche Update nicht. Porsche informiert Betroffene nun per Post.

Das jetzt bekannt gewordene Prozedere mutet ein wenig "vorsintflutlich" an: Porsche muss seinen rund 100.000 Euro aufwärts teueren Taycan in die Werkstätten rufen, um dem Luxus-E-Auto in einem sogenannten Verbund-Update neue Features und Verbesserungen aufzu­spielen. Das allein dürfte Taycan-Kenner und -Besitzer schon verwundern, denn Porsche hatte bisher von Software-Aktualisierung per Mobilfunk und "Over-the-Air" für den Boliden gesprochen, doch jetzt soll das anstehende Update zu groß für die Auslieferung per Funk geworden sein.

Der Porsche Taycan kann eigentlich per Funk aktualisiert werden

Entsprechend ist nun der Ärger bei einigen Kunden und Fans der Marke groß - hat Porsche etwas versprochen, was man nicht halten kann? Oder steckt hinter dem Update noch etwas anderes? In den einschlägigen Foren und Blogs wird fleißig diskutiert. Unter anderem wird auch die Verbindung zu VW hergestellt - denn auch Volkswagen hatte schon für den ID3 angekündigt, ein größeres Werkstattupdate im Herbst durchführen zu müssen.

Verbesserungen per Update

Man bittet die Taycan-Käufer daher einen Werkstatttermin zu vereinbaren, damit das Update über die Hochgeschwindigkeitsleitungen der Porsche-Zentren abgewickelt werden kann. Wer sich nun fragt, was dieses ominöse zu groß geratene Update alles bringt: Laut dem Online-Magazin Teslamag werden vor allem Verbesserungen für die Ladefunktion, für das Fahrwerk, für die allgemeine Bedienung, für die Display-Anzeigen und für die Park-Sensoren aufgespielt. Das war alles aus einem Brief zu erfahren, denn die Porsche-Fahrer von ihrer Niederlassung erhalten haben.

Das Porsche zudem einen klassischen Brief versendet, um über das bevorstehende Update zu informieren, lässt Digitalisierungs-Verfechter nun auch ratlos zurück. Wenn das Unternehmen schon keinen Update-Hinweis an das Display der Fahrer schicken wollte, hätte man es auch per E-Mail versuchen können. Ein "moderner" Prozess hätte dem E-Auto besser gestanden. Man muss Porsche aber zu Gute halten, dass ihr klassischer Rundumservice ein wenig persönlicher gestaltet ist - nur effizient ist es nicht unbedingt.

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