Gefragtes Lithium: Wir wissen jetzt genau, woher das Metall kommt

Christian Kahle, 03.06.2020 14:29 Uhr
Der steigende Bedarf an Akkus sorgt auch dafür, dass die Nachfrage nach Lithium immer weiter wächst. Woher das Material überhaupt kommt, kann die Wissenschaft nun immerhin genauer sagen - auch wenn dies für uns nicht direkt hilfreich ist. "Angesichts der Bedeutung des Lithiums für zahlreiche Anwendungsfälle wie hitzeresistente Gläser und Keramiken, Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus sowie zu­stands­ver­än­der­li­che Chemikalien, ist es doch schön zu wissen, woher das Element überhaupt kommt", er­klär­te Sumner Starrfield von der Arizona State University. Er und sein Team haben daher an­er­kann­te Theorien und die eigenen Beobachtungen verbunden, um mehr zu erfahren.

So konnte nun geklärt werden, dass nahezu das gesamte Lithium, das wir auf der Erde fin­den und das im gesamten Universum verbreitet ist, aus Sternen-Explosionen stammt, die als klassische Novae bezeichnet werden. Genauer gesagt handelt es sich um Supernovae vom Typ 1a. Diese sind in der Astronomie eine feste Größe, da die Sternenexplosionen eine Leucht­kraft entwickeln, die jene ihrer gesamten Galaxie übersteigt. Anhand dieser Ereignisse konnte unter anderem die Expansion des Universums genauer bestimmt werden.

Viele Datenquellen führen zur Lösung

Klar war bisher, dass in diesen Ster­nen­ex­plo­sio­nen der größte Teil des Eisens entsteht. Auch alle anderen schwereren Elemente entstehen le­dig­lich bei Kernfusionen in Novae. Beim nor­ma­len Brenn­prozess der Sterne können nur leich­te­re Atomkerne produziert werden. Dazu ge­hört im Grunde auch Lithium, das nach Was­ser­stoff und Helium an dritter Stelle im Pe­ri­o­den­sys­tem der Elemente steht.

Trotzdem ließ sich die Menge des Lithiums, die überall im Universum zu finden ist nicht mit den deutlich geringeren Produktionsmengen der normalen Fusion in Sternen erklären. Dass bei Novae deutlich größere Mengen des Leicht­me­talls entstehen müssen, war daher der naheliegende Schluss. Der Nachweis konnte nun zu­sätz­lich durch die Auswertung von Daten geschehen, die von verschiedenen Ob­ser­va­to­ri­en zu­sam­men­getragen wurden.

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