Quellcode von N64, GameCube, Wii & mehr: Massives Nintendo-Leak

John Woll am 04.05.2020 17:43 Uhr
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Nintendo muss aktuell massive Leaks hinnehmen. In Foren sind die Quell­codes für die Betriebssysteme von N64, GameCube und Wii aufge­taucht, außerdem finden sich diverse unveröffentlichte Builds zu Spielen im Netz. Das Ausmaß ist aktuell noch nicht abzuschätzen.

Ein massiver Leak spült diverse Nintendo-Interna ins Netz

Die Schlagzeilen rund um Nintendo sind in den letzten Tagen eher von Pannen geprägt. Letz­te Woche konnten wir darüber berichten, dass Nintendo Account-Hacks bestätigen musste - das Einfallstor lag bei einem externen Dienstleister. Wie jetzt Nintendo Enthusiast berich­tet, muss der Konzern wohl auch ein massives Datenleck hinnehmen, das unzählige Inhalte illegal im Netz verfügbar macht.

Nintendo Wii
Das Leak verrät alles über den Aufbau der Nintendo Wii

So informiert unter anderem ein ausführlicher Thread im ResetEra-Forum darüber, dass sich jetzt unzählige interne Informationen zu N64, GameCube und Wii im Netz finden. Bei der Wii zählen neben dem Quellcode der Betriebssysteme der Konsolen dazu auch soge­nannte "Verilog files". "Verilog ist eine Sprache zur Beschreibung von Hardware. Sie wird verwendet, um Schaltkreise per Code zu beschreiben", so ein Forumsnutzer. Damit wird es möglich, bis ins letzte Detail nachzuvollziehen, wie jedes einzelne Teil der Wii hergestellt wurde.

Nintendo Wii

Trotz der jetzt verfügbaren Daten rechnet Nintendo Enthusiast nicht damit, dass die Quellcodes von N64, GameCube und Wii bei Entwicklern von Konsolen-Emulatoren für große Euphorie sorgen werden. So würden Entwickler - wie die des beliebten Dolphin-Emulators - bewusst von solchen Leaks Abstand halten, um nicht - noch mehr - in rechtlich sehr raues Fahrwasser zu geraten.

Vorerst abwarten und Tee trinken

Das Potenzial, das die Leaks für Enthusiasten haben, die sich gerne durch Code und Spread­sheets wühlen, ist aber trotzdem groß. Insge­samt soll der Leak rund 2 Terabyte an Daten umfassen. Aktuell ist nicht bekannt, wie die Daten von Nintendo entwendet wurden, erste Indizien sprechen aber wohl dafür, dass der externe Dienstleister BroadOn teil des Problems seien könnte. Zu guter Letzt gibt es Spekula­tionen, dass der bekannte Hacker Zammis Clark, bekannt als Wack0, ebenso verant­wortlich sein könnte. Vorerst gilt: Man darf gespannt sein, was bei der genauen Untersuchung des Leaks durch die Netzgemeinde noch zutage gefördert wird und wie genau es zu dem Leak kam.
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