Coronavirus: Verschwörungstheoretiker zünden 5G-Mobilfunkmasten an

Tobias Rduch am 05.04.2020 23:39 Uhr
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Während sich das neuartige Coronavirus weiterhin auf der gesamten Welt ausbreitet, sind Verschwörungstheoretiker auf eine für sie naheliegende Gegenmaßnahme gekommen. Da die Verbreitung angeblich durch 5G beschleunigt wird, wurden kurzerhand Funkmasten in Brand gesetzt.

Wie die BBC berichtet, sollen mindestens drei Mobilfunkmasten beschädigt oder komplett zer­stört worden sein. Die Funkmasten sind in Birmingham, Liverpool und Melling stationiert. Der Zusammenhang zwischen den Anschlägen und Covid-19 geht aus Videos, die auf YouTube und Facebook kursieren, hervor. Einer Verschwörungstheorie zufolge soll der Einsatz von 5G für die schnelle Corona-Ausbreitung verantwortlich sein. An mindestens einem der drei be­schä­dig­ten Masten soll allerdings überhaupt keine 5G-Technologie angebracht gewesen sein.


Neben den Anschlägen auf die Mobilfunkmasten wurden auch Mitarbeiter der beteiligten In­ter­net-Anbieter beschimpft. Den Angestellten wur­de vorgeworfen, mit der Installation der ent­sprech­en­den Technologie für Todesfälle in der Bevölkerung verantwortlich zu sein.

Infrastruktur ist dringend notwendig

Von offizieller Seite wurden die Aktionen der Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker scharf kritisiert. Der Leiter des britischen Gesundheitssystems be­tont, dass die Infrastruktur unter anderem der Abwicklung von Notrufen und der Kom­mu­ni­ka­tion zwischen Rettungskräften diene und daher in der Corona-Krise dringend erforderlich sei.

Zum neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sind inzwischen eine Vielzahl von Ver­schwö­rungs­theo­rien in Umlauf. So wird die Theorie verbreitet, dass 5G das Immunsystem der Be­völ­ke­rung schwächt und Sars-CoV-2 die Mobilfunk-Wellen nutzt, um sich besser verbreiten zu können. Natürlich sind derartige Zusammenhänge völlig an den Haaren herbeigezogen. Die Lungenkrankheit Covid-19 kommt auch an Orten, an denen es kein 5G gibt, zum Vorschein.
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