Warentest: Antiviren-Software ist gratis nicht schlechter, nur nerviger

Christian Kahle, 26.02.2020 13:30 Uhr 10 Kommentare
Antiviren-Programme erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Anwendern und können zumindest ihre Kernaufgaben auch recht or­dent­lich meistern. Die Angebote verschiedener Hersteller hat die Stiftung Warentest nun unter die Lupe genommen. In dem Test wurden die Applikationen jeweils mit über 40.000 verschiedenen Malware-Variationen, bösartigen Webseiten und Phishing-Mails konfrontiert. Hier schafften es die Anwendungen in der Regel, recht ordentlich mit den Attacken umzugehen. Und auch bei Schadcodes, die noch ziemlich frisch im Umlauf waren, erreichten die Antiviren-Scanner Erkennungsraten von über 90 Prozent. Das, so die Tester, sei ein respektables Ergebnis, doch zeigt sich eben auch, dass keine Software aus dieser Klasse hundertprozentigen Schutz bieten kann.

Die Tester können anhand ihrer Ergebnisse auch klarstellen, dass es hinsichtlich des Schutzniveaus keinen Unterschied macht, ob man kostenlose oder bezahlte Lizenzen der jeweiligen Anwendungen verwendet. Der einzige Unterschied besteht hier in der Regel darin, dass man bei den Gratis-Fassungen meist ständig mit Eigenwerbung zu einem Aboabschluss bewegt werden soll. Und auch erweiterte Funktionen finden sich eher nur in den bezahlten Systemen.

Basisschutz von Microsoft

Entsprechend bekommt auch der Microsoft Defender, der in Windows mitgeliefert wird, nur die Kennzeichnung als Basisschutz. Der Vorteil beim Rückgriff auf das Microsoft-Programm besteht darin, dass man sich zumindest keine neuen Sicherheitsprobleme ins Haus holt. Denn die Anwendungen von Drittherstellern sind in der Regel sehr komplex und damit anfällig für Programmierfehler. In Verbindung damit, dass die Software sich sehr tief in das Betriebssystem einklinkt, bieten sich komplexeren Malwares schnell ganz neue Angriffspunkte.

Zusätzliche Funktionen wie etwa die Überwachung von Webinhalten auf Phishing bringen die meisten modernen Browser ohnehin von Haus aus mit. Wer sein System ohnehin stets auf einem aktuellen Stand hält, die Ausführung von Makros in Word unterbindet und bei der Nutzung von Webdiensten etwas Vorsicht walten lässt, lebt auch ohne solche Zusatzsoftware nicht mit einem höheren Risiko.

Siehe auch: Windows 7: Wie lange die Antiviren-Hersteller noch Schutz bieten

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