Coronavirus in Importware: Bundesinstitut liefert Risikoeinschätzung

John Woll am 04.02.2020 18:12 Uhr
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Die anhaltende Epidemie des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV), die derzeit vor allem China betrifft, sorgt auch bei deutschen Verbrauchern für Verunsicherung. Jetzt hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Antworten geliefert, wie importierte Waren einzuschätzen sind.

Das Coronavirus aus der Post ist aktuell kein wahrscheinliches Risiko

Der Virus 2019-nCoV hält vor allem China aktuell noch fest im Griff, wie wir unter der Überschrift "Coronavirus: Verschwörungstheorien lösen ‘Fake-News-Pandemie' aus" berichten konnten, werden rund um die Epidemie aber leider auch vermehrt Falschmeld­ungen verbreitet. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt, haben sich seit Aufkommen der Erkrankung vermehrt "verunsicherte Verbraucher" gemeldet, die sich von den Experten eine realistische Einschätzung der Gefahr von Importware aus China wünschen. Diese legt das Institut jetzt in Form eines Beitrags mit Fragen und Antworten zum Coronavirus vor.

Coronavirus: Diese Länder sind betroffen
Infografik Coronavirus: Diese Länder sind betroffen

Wie das BfR hier zunächst erläutert, ist der wichtigste Übertragungsweg des neuen Coronavirus die sogenannte Tröpfcheninfektion, "bei der die Coronaviren von infizierten Menschen oder Tieren über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschließend eingeatmet werden". Darüber hinaus kann eine Übertragung per Schmierinfektionen erfolgen: "Hierbei gelangen Erreger, die sich auf den Händen befinden, an die Schleimhäute der Nase oder des Auges, wo sie zu einer Infektion führen können."

Die wichtige Schlussfolgerung: Aktuell seien keine Fälle bekannt, bei dem sich Menschen auf anderem Weg wie beispielsweise über den "Verzehr kontaminierter Lebensmittel" oder durch importierte Waren infiziert haben. Dies gelte sowohl für den neuen als auch alle anderen bisher bekannten Coronaviren. "Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungs­wege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten", so die Experten für Risikobewertung.

Virus nicht sehr stabil

Wie das BfR weiter erläutert, sei die Stabilität der Coronaviren außerhalb von menschlichen Körpern auf Oberflächen, die von potenziell Infizierten angefasst wurden, sehr gering. "In der Regel erfolgt die Inaktivierung in getrocknetem Zustand innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen", so die Experten. Auch für Hafenarbeiter, Speditions-Mitarbeiter oder andere Arbeiter, die mit Waren aus China in Kontakt kommen, sieht das Institut deshalb eine Infektion auf diesem Weg als "unwahrscheinlich" an.

Täglich treffen bei uns neue Meldungen zum Coronavirus ein, welches auch die IT im Ganzen stark beschäftigt. Hier ist eine Übersicht unserer bisherigen Meldungen:

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