Einmal Asteroid und zurück: Hayabusa2 bringt uns ein Stück Weltraum

John Woll, 13.11.2019 17:59 Uhr
Die Mission war spektakulär und bisher ein voller Erfolg: Die japanische Raumsonde Hayabusa2 hat die Untersuchungen am Asteroiden Ryugu abgeschlossen, jetzt folgt der letzte Schritt: Material, das auf der Ober­fläche gesammelt wurde, ist auf dem Rückweg zur Erde.

Die japanische Weltraumagentur startet Rückflug zur Erde

Ein Blick in das WinFuture-Special zu Forschung & Wissenschaft zeigt, dass wir in den letzten Monaten oft über die spektakulären Ereignisse der Hayabusa2 Mission berichten konnten - auch deutsche Technik war an der Untersuchung des Asteroiden beteiligt. Jetzt hat die japanische Weltraumagentur JAXA verkündet, dass der letzte Teil der Mission ansteht. Die Sonde hatte in zwei nahen Vorbeiflügen Material von der Oberfläche aufgesammelt, das zur genauen Untersuchung auf die Erde zurückgebracht werden soll. Dafür wurde jetzt der Rückflug eingeleitet.

Hayabusa2
Hayabusa2 sammelt Material bei zwei tiefen Vorbeiflügen

Wie JAXA laut heise mitteilt, hat die Sonde damit begonnen, sich mit einer relativen Geschwindigkeit von 9,2 Zentimetern pro Sekunde (0,33 km/h) von Ryugu zu entfernen - die Bestätigung des Erfolgs der ersten vorprogrammierten Schub-Sequenz hatte die Erde um kurz nach 10 Uhr japanischer Zeit (2 Uhr MEZ am Mittwoch) erreicht. "Wir sind dem Asteroiden Ryugu dankbar und sind ehrlich gesagt traurig, ihn zu verlassen", so der Projektmanager Yuichi Tsuda laut dpa.

Hayabusa2

Im nächsten Schritt muss sich die Sonde jetzt zunächst aus dem Einflussbereich der Gravita­tion des Asteroiden befreien, um dann sein Ionentriebwerk ein erstes Mal für Testzwecke zu zünden. Sind diese Tests erfolgreich, soll das Triebwerk Ende des Monats auf seine volle Leistung hochgefahren werden und der Rück­flug zur Erde beginnen. Aktuell rechnet JAXA damit, dass Hayabusa2 die Erde Ende des nächsten Jahres erreichen wird.

Geheimnisse des Sonnensystems

Von den Gesteinsproben versprechen sich die Wissenschaftler dann neue Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnen­systems. Demnach könnte auf dem Asteroiden Material konserviert worden sein, das bis zu 4,6 Milliarden Jahre alt ist - also sozusagen zur Geburtsstunde des Systems dort abgelagert wurde. Das JAXA vermutet, dass es auch organische Moleküle sowie Wasser enthalten könnte.

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