Gegen Chinas Einfluss: Australien baut Unterseekabel zu Inselstaaten

Christian Kahle am 28.08.2019 13:45 Uhr
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Die wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen mit China werden bei weitem nicht nur auf jenen Ebenen ausgetragen, die im aktuellen Handelskrieg mit den USA derzeit offenkundig werden. Der Kampf um Einfluss-Sphären findet auch über den Ausbau der Infrastruktur statt und hier hat Australien soeben einen Schritt getan.

Dieser Tage konnte ein großes Backbone-Projekt abgeschlossen werden, bei dem man mit einer Untersee-Trasse die Solomon-Inseln und Papua-Neuguinea an einen Backbone-Knoten in Canberra anschloss. Australien investierte rund 100 Millionen Dollar in diesen Ausbau der Internet-Infrastruktur und sieht darin nicht nur rein praktische Gründe, sondern wird eben auch politisch getrieben.

Die ganze Sache geht laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf eine Vereinbarung zurück, die man schon im vergangenen Jahr mit den beiden Ländern abgeschlossen hatte. Damals brachte man die Regierungen beider Länder dazu, sich von einem schon nahezu fertig ausgehandelten Vertrag zurückzuziehen, in dessen Rahmen der chinesische Konzern Huawei ein Unterseekabel nach Sydney legen sollte, um die Netzanbindung der Region zu verbessern.

Strategische Bedeutung

Australien fand es angesichts der Vorwürfe, Huawei würde in seiner Netzwerk-Hardware auch Spionage-Hintertüren mitbringen, nicht gerade als erstrebenswert, dem Unternehmen Zugang zu eigenen Internetknoten zu geben. Auch wenn es keine haltbaren Beweise für die Anschuldigungen gibt, ist man gerade in diesem Bereich doch sehr vorsichtig - zumal Australien wichtiger Partner in der so genannten Five-Eyes-Gruppe sind, die sich rund um den US-Geheimdienst NSA gruppiert hat.

Das Korallenseekabel, so der offizielle Name der neuen Infrastruktur, hat darüber hinaus auch weitergehende strategische Bedeutung. Denn es festigt die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Pazifikstaaten zum westlich orientierten Australien, während China ein Stück weit ausgebremst wurde.

Siehe auch: Google & Co. kontrollieren auch den Untersee-Backbone immer mehr
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