Spiele-Streaming: Auch Nintendo sieht sich das Thema (vorsichtig) an

Witold Pryjda am 14.06.2019 12:07 Uhr
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Auf der gestern zu Ende gegangenen Spielemesse E3 war das Thema Streaming omnipräsent. Branchengrößen wie Microsoft und Ubisoft haben neue Dienste vorgestellt, Google hat Stadia bereits kurz vor der E3 enthüllt. Auch Nintendos Interesse wurde geweckt, doch die Japaner sind wie immer sehr vorsichtig.

Streaming von Spielen war bisher ein Thema, das noch nicht in der Masse der Nutzer angekommen ist. Nimmt man aber die weltgrößte und bedeutendste Spielemesse als Maßstab, dann steht diese Technologie tatsächlich vor dem breiten Durchbruch. Das registriert man auch bei Nintendo, dort ticken die Uhren aber bekanntlich etwas anders.

Denn der japanische Hersteller ist nicht gerade dafür bekannt, einfach so auf Trends aufzuspringen, ganz im Gegenteil. Man lässt sich lieber Zeit und kocht sein eigenes Süppchen, diese Strategie ist - von Ausnahmen wie der Wii U mal abgesehen - enorm erfolgreich. So hat man sich bisher beim Thema Streaming zurückgehalten, auf der Nintendo Switch-Konsole ist es nicht einmal möglich, Netflix zu nutzen.

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"Wir sehen es uns an"

Doch nun kann auch Nintendo nicht mehr ignorieren, dass die Industrie vor einem möglicherweise signifikanten Umbruch steht. In einem Gespräch mit TechCrunch auf der E3 gab Charlie Scibetta, Manager bei Nintendo of America, auch zu, dass man sich das Konzept auch näher ansehe. "Streaming ist zweifellos eine interessante Technologie. Nintendo wird das im Auge behalten und wir evaluieren das auch."

Derzeit habe man aber nichts zum Ankündigen, von einer Adaption der Technologie ist man also noch weit entfernt, so Scibetta. "Für uns haben derzeit physikalische Medien und digitale Downloads über den eShop Priorität." Auch der neue Chef von Nintendo of America, Doug Bowser, äußerte sich ähnlich im Interview mit The Hollywood Reporter: "Wir sind immer daran interessiert, wie diverse neue Technologien unterschiedliche Wege zum Spielen ermöglichen können." Zwingenden Handlungsbedarf sieht aber auch Bowser noch nicht.
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