Manipulierte Diesel-Firmware kommt auch Porsche teuer zu stehen

Christian Kahle am 08.05.2019 11:28 Uhr
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Der Skandal um manipulierte Firmware in Diesel-Fahrzeugen kommt auch die Luxus-Marke Porsche teuer zu stehen. Das Unternehmen ist nun zu Bußgeldzahlungen von über einer halben Milliarde Euro verdonnert worden. Der größte Teil dessen entspricht dabei einer Abschöpfung von Gewinnen, die mit unlauteren Mitteln getätigt wurden.

Insgesamt muss Porsche jetzt 535 Millionen Euro bezahlen. Einen entsprechenden Bescheid hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart dem Unternehmen nun zugestellt. Begründet wird dies mit einer "fahrlässigen Verletzung der Aufsichtspflicht in Unternehmen". Das Unternehmen verzichtet darauf, gegen die Entscheidung Widerspruch einzulegen und will den Betrag binnen sechs Wochen an die Landeskasse in Baden-Württemberg überweisen.

Porsche gehört zum Volkswagen-Konzern und damit zu dem Unternehmen, bei dem der Stein vor längerer Zeit ins Rollen kam. Hier war aufgeflogen, dass die Dieselfahrzeuge in Testumgebungen anders geregelt wurden und deutlich weniger Schadstoffe ausstießen als im alltäglichen Straßenbetrieb. Ohne diese Manipulationen wären diverse Grenzwerte überhaupt nicht zu halten gewesen und der Absatz der Diesel-Autos wäre wohl sehr viel geringer ausgefallen.

VW zahlt immer mehr

Die nun gegen Porsche verhängten Bußgelder betreffen PKW, die mit V6- und V8-Motoren von Audi ausgestattet sind, denn Porsche verfügt nicht über eine eigene Fertigung von Diesel-Antrieben. Für einen Teil der von Porsche verkauften Autos - etwa 99.000 Stück - liegen auch schon einzelne Bescheide des Kraftfahrtbundesamtes vor.

Ein kleiner Teil von lediglich 4 Millionen Euro ist der direkte Bußgeld-Anteil für die Verfehlungen des Konzern-Managements. Mit den übrigen 531 Millionen Euro werden die wirtschaftlichen Vorteile abgeschöpft, die Porsche aus dem Verhalten zog. Der gesamte Volkswagen-Konzern muss so nun im Rahmen des Diesel-Skandals bereits rund 30 Milliarden Euro abdrücken.

Siehe auch: Personalmangel & Datenflut: LKA ist mit Diesel-Skandal überfordert
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