Betrug und Geldwäsche: Copyright-Anwalt muss für Jahre in den Knast

Christian Kahle, 01.04.2019 09:01 Uhr 11 Kommentare
Das Verfahren gegen die berüchtigten Copyright-Anwälte der Kanzlei Prenda steht vor dem Abschluss. Anhand der Abschluss-Plädoyers ist im Grunde schon klar, dass der führende Anwalt hinter dem Betrugs-Konzept, mit dem zahlreiche Internet-Nutzer abgezockt wurden, für mehrere Jahre hinter Gitter muss. Die Beweisaufnahme in dem Verfahren brachte recht klare Schlüsse hervor: Die Beteiligten bei Prenda hatten bewusst Porno-Videos, die ein großes Interesse auf Seiten der Nutzer versprachen, selbst über das BitTorrent-Netzwerk angeboten, wie aus einem Bericht von TorrentFreak hervorgeht. Anwender, die den Film herunterladen wollten - und ihn aufgrund der Natur des Systems auch direkt wieder zum Upload anboten - verklagte man anschließend wegen Urheberrechtsverletzungen.

Die Copyright-Trolle hatten sich hierfür teilweise das Recht gesichert, verschiedene Porno-Produzenten juristisch zu vertreten. Sie produzierten aber auch eigene Inhalte, die dann für die Masche eingesetzt wurden. Letztlich sollen sie mehrere Millionen Dollar damit eingenommen haben, dass sie den betroffenen Nutzern eine außergerichtliche Einigung gegen eine Zahlung von mehreren tausend Dollar anboten.

Der Kopf hinter allem

Paul Hansmeier, der sich als führender Kopf der Kanzlei nun vor Gericht verantworten musste, zeigte sich geständig. Allerdings hat das hinsichtlich der Vorwürfe des Betrugs in einem ziemlich großen Ausmaß und der Geldwäsche nur recht bedingt strafmildernde Wirkung. Selbst die Verteidigung kommt so in ihrem Plädoyer zu eine Haftstrafe von etwas über sieben Jahren. Die Staatsanwaltschaft hat sogar eine Dauer von 12 Jahren und sechs Monaten beantragt.

Hintergrund der hohen Strafforderungen ist die Tatsache, dass Paul Hansmeier im Grunde die komplette Betrugs-Schiene organisiert hatte: Das reichte laut den Ergebnissen des Verfahrens von der Auswahl der vielversprechendsten Porno-Videos bis hin zum Verschicken der Klageschriften an die Nutzer. Lediglich für die konkrete Umsetzung der BitTorrent-Uploads griff er auf die Unterstützung seines Bruders und anderer Helfer zurück.

Siehe auch: Anti-Piraterie-Anwalt bekennt sich in anrüchigem Honeypot-Fall schuldig
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