Google-CEO muss klären, warum Suche nach "Idiot" Donald Trump zeigt

Nadine Juliana Dressler am 12.12.2018 16:38 Uhr
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Google-Chef Sundar Pichai hat vor dem US-Kongress in Washington Rede und Antwort stehen müssen. Dabei kam auch die Frage auf, warum eigentlich Fotos vom US-Präsidenten Donald Trump angezeigt werden, wenn man in der Google-Bildersuche einfach nach "Idiot" sucht.

Eine Kongressabgeordnete der Demokraten wollte es laut Medienberichten bei der ange­setzten Anhörung von Google-CEO Sundar Pichai genau wissen: "Wenn Sie das Wort ‘Idiot' bei den Bildern googeln, erscheint ein Bild von Donald Trump. Wie sollte das passieren? Wie funktioniert die Suche, damit das passieren kann?" Wie das Online-Magazin der Washington Post berichtet, führte Pinchai die Suche dann auch kurz selbst auf seinem Smartphone vor.

Googlesuche Idiot
Wer bei der Google-Bildersuche nach Idiot sucht, bekommt massenhaft Fotos von US-Präsident Trump angezeigt

Wer manipuliert die Googlesuche?

Die Frage, auf die die meisten Internetbenutzer wohl eine Antwort haben, hatte dabei einen ernsten Hintergrund - denn viele Republikaner, zu deren Partei auch der Präsident zählt, vermuten hinter diesem Suchergebnis eine gezielte Verunglimpfung des Staatsoberhauptes. Diese soll nur durch eine Manipulation der Suchergebnisse, womöglich durch Google selbst, zustande gekommen sein.

Suchmaschinenoptimierung

Daher erklärte Pichai jetzt in Kurzform für die Politiker, wie die Suchalgorithmen im Grunde funktionieren, was alles in die Wertung einfließt. Wenn sich im Internet Fotos mit den Stichworten oder Bildbeschriftungen "Idiot", auf denen dann Donald Trump zu sehen ist, häufen, schafften sie es so auch auf die vordersten Plätze bei der Google-Suche.

Daher, so Pichai, habe man auch schon einmal solche Ergebnisse wie bei der Bildersuche, die für "Idiot" den Präsidenten auswirft. Es gebe natürlich auch andere unerwartete oder "falsche" Verknüpfungen.

Das sei aber ein Ergebnis der allgemein genutzten Suchalgorithmen und kein von Google gesteuertes Verhalten von Suchfiltern. Einzelne Menschen, so Pichai, können die Suchalgorithmen nicht beeinflussen. Das gelte im Übrigen besonders für Google-Mitarbeiter, die Suche sei im Grunde "unbestechlich" - einmal abgesehen von der typischen Suchmaschinen-Optimierung, mit der man es natürlich an die Spitze der Suchmaschinen-Ergebnisse schaffen kann. Das sei aber keine (direkte) Manipulation im eigentlichen Wortsinn.

Man glaubt dem Google-Chef nicht

Eine Antwort erhielt der Google-Chef dazu aber noch aus dem Lager der Trump-Anhänger. Der Abgeordnete Lamar Smith hakte bei Pichai zunächst noch einmal nach, ob der Google-Chef nicht doch schon einmal einen Mitarbeiter direkt angewiesen habe, die Suchmaschinen-Ergebnisse zu ändern. Pichai verneinte. Dennoch hielt Smith fest, dass seiner Meinung nach das für Google ein Kinderspiel sei, er eine Manipulation für sehr einfach halte und er sich mit der Antwort von Google nicht zufriedengeben könne.

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