Smart-Speaker mit Display: Google plant Großangriff auf Amazon Alexa

Roland Quandt am 16.08.2018 22:35 Uhr
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Amazon tut es bereits, Googles Partner Lenovo und JBL auch: sie vertreiben Geräte mit integriertem Sprachassistenten und eingebautem Display. Bald wird auch Google selbst in den Reigen der Anbieter von "Smart Screens" im Stil des Amazon Echo Show und des neuen Lenovo Smart Display einsteigen und ein entsprechendes Produkt anbieten.

Wie der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei unter Berufung auf informierte Quellen bei Vertragsfertigern meldet, hat Google seine asiatischen Hardware-Lieferanten angewiesen, sich auf eine recht hohe Nachfrage rund um ein neues "Smart Display" mit eingebautem Display einzustellen. Anscheinend will Google seinen hauseigenen "smarten Lautsprecher" äußerst aggressiv in den Markt drücken, wohl um Amazon und Alexa das Leben schwerer zu machen.

Lenovo Smart Display

Nikkei zufolge will Google allein in der ersten Produktionsphase gleich drei Millionen Einheiten des neuen Smart-Speakers mit Display fertigen lassen. Dies behauptet zumindest eine "Quelle aus der Industrie". Für welchen Zeitraum diese extrem hoch erscheinenden Stückzahlen geplant sind, ist derzeit noch offen. Amazons Echo Show hatte sich seit dem letzten Sommer laut den Marktforschern der Firma Canalys bis zum Ende des Jahres 2017 weltweit "nur" 315.000 Mal verkauft.

Apple hingegen war für 2018 ursprünglich von sechs Millionen HomePod-Verkäufen ausgegangen, hatte diese Zahl aber später wohl auf rund fünf Millionen Einheiten reduziert. Hintergrund war eine anfänglich schleppende Nachfrage, vor allem deshalb, weil Apples Sprachassistent Siri nach Meinung mancher Nutzer noch nicht so gut funktioniert wie Alexa oder Google Assistant.

Anders als ein von Google angeblich geplantes neues Tablet soll der neue Smart-Speaker mit Bildschirm nicht von Quanta Computer gebaut werden. Stattdessen erfolgt die Fertigung wohl bei Pegatron, einer früheren Ausgründung des taiwanischen PC-Herstellers ASUS. Was die Funktionalität angeht, wird sich das Angebot wohl in der gleichen Region bewegen, die auch die Produkte der Dritthersteller-Partner von Google abdecken.

Demnach wird der Smart-Speaker des US-Internetkonzerns wohl in der Lage sein, die von Google Assistant bekannten Anfragen zu beantworten. Darüber hinaus dürften aber auch YouTube-Videos wiedergegeben werden können. Auch der Umgang mit Kartendaten und Kalenderinformationen dürften über Google Maps und Calendar zugänglich gemacht werden.
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