Knabberwütige Kakadus bringen Australiens Internet ins Wanken

Roland Quandt am 04.11.2017 09:47 Uhr
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Der australische Infrastruktur-Dienstleister NBN hat ein Problem: Tiere beschädigen mit schöner Regelmäßigkeit bestimmte Kabel und Verbindungselemente und sorgen damit dafür, dass wichtige leistungsfähige Internetverbindungen in Gefahr geraten können. Die Übeltäter: Kakadus.

Wie die Betreiber des sogenannten National Broadband Network in Australien verlauten ließen, haben sie ein aus europäischer Sicht höchst kurioses Problem. Waren es bis vor einiger Zeit noch Nüsse, Früchte und Getreide, die unter Horden von Kakadus zu leiden hatten, weil diese die entsprechenden Plantagen und Felder leerfraßen, so sind es nun die Strom- und Glasfaserkabel an den von NBN betriebenen Schnittstellen zwischen Funk- und Festnetz.

Kabelschäden durch Kakadus
Kakadus verursachen kleinere ...


Kabelschäden durch Kakadus
... und größere Schäden

Vögel beschädigen die Infrastruktur

Die Vögel nagen die Kabel durch und beschädigen somit die teure Infrastruktur teilweise massiv, die eigentlich lebenswichtig für die ländlichen Regionen Australiens sind. Insgesamt betreibt NBN fast 2000 entsprechende sogenannte Fixed-Wireless-Tower. Bis jetzt sind die Techniker von NBN Co auf acht Türme gestoßen, an denen Kakadus Kabel abisoliert und damit unbrauchbar gemacht haben. Es kostete bisher mehr als rund 80.000 Australische Dollar, um alleine diese Kabel zu ersetzen. Schätzungen von NBN beziffern die potentielle Anzahl der beschädigten Fixed-Wireless-Tower auf bis zu 200.

Der Grund für die Vorliebe der Kakadus für die Kabel an den Gerätschaften der Kommunikations-Schnittstellen liegt an dem Umstand, dass ihre Schnäbel konstant wachsen und daher ständig "gepflegt" und somit abgenutzt werden müssen, um ihren Dienst einwandfrei verrichten zu können. Weil es sich bei der beschädigten Hardware um Spezialkabel und ähnliches handelt, kostet Ersatz jeweils rund 10.000 Australische Dollar.

Ersatzkabel werden zerstört

NBN zufolge sind auch andere Telekommunikationsanbieter in Australien von den teils massiven Schäden durch Kakadus betroffen, wodurch jährlich Millionenkosten entstehen. Es sind nicht die aktiv verwendeten Kabel, sondern vielmehr Ersatzkabel, die an den Türmen der Netzbetreiber angebracht sind. Dadurch wird es allerdings fast unmöglich, einem Schaden aktiv auf den Grund zu gehen. Kommt es letztlich zu einem Ausfall, kann man teilweise erst dann einen Defekt der Ersatzkabel feststellen, was dann zu zusätzlichen Kosten und Verzögerungen führt.

Die zumindest vorläufige Lösung für das Kakadu-Problem ist im Grunde simpel: NBN schafft jetzt kleine Kunststoff-Gehäuse an, in denen die Kabelenden vor dem Zugriff durch die Vögel geschützt bleiben sollen. Jede dieser kleinen Kisten kostet rund 10 Euro, dürfte also dadurch sehr leicht zu finanzieren sein, um schlussendlich dauerhafte Schäden zu vermeiden.
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