Breitbandausbau: Das Glasfaserpotential wird nicht ausgeschöpft

Fast nirgendwo in den Industriestaaten ist der Glasfaseranteil derartig niedrig wie in Deutschland - laut OECD waren Ende 2020 nur 5,4 Prozent aller stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland. Zum Vergleich in Schweden sind es 75 Prozent. Dabei könnte der Anteil hierzulande deutlich höher sein, wie die TK-Marktanalyse Deutschland 2021 zeigt. Der zufolge werden von sieben Millionen möglichen echten Glasfaseranschlüssen (FTTH/B) aktuell lediglich 2,5 Millionen genutzt.

Das vorhandene Glasfaserpotential wird also bei Weitem nicht ausgeschöpft. Auch für so genannte Gigabitanschlüsse mit DOCSIS 3.1-Technik - dabei wird das bestehende Kabelnetz zur schnellen Übertragung von Daten genutzt - gilt ein ähnlicher Befund. Von den rund 24 Millionen verfügbaren Anschlüssen werden nur etwa 37 Prozent genutzt. Fragt sich, woran das liegt - brauchen die Konsument:innen kein schnelles Internet oder ist es ihnen zu teuer?

Breitbandausbau: Das Glasfaserpotential wird nicht ausgeschöpft
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[o1] scootiewolff22 am 01.11. 16:43
+ -2
Schweden und Deutschland zu vergleichen ist unfair, schade, dass das Kabelnetz nicht mit einbezogen wird
[re:1] roterteufel981 am 01.11. 16:52
+4 -
@scootiewolff22: Das Kabelnetz wurde doch im Artikel mit einbezogen: "Auch für so genannte Gigabitanschlüsse mit DOCSIS 3.1-Technik - dabei wird das bestehende Kabelnetz zur schnellen Übertragung von Daten genutzt - gilt ein ähnlicher Befund. Von den rund 24 Millionen verfügbaren Anschlüssen werden nur etwa 37 Prozent genutzt."
[re:1] FatEric am 02.11. 08:38
+ -
@roterteufel981: Deutschland mag da ja vielleicht ein Sonderfall sein. Ich habe keine Daten zu anderen Ländern, bin mir aber sicher, so einen Internetwust wie hier, gibt es nicht überall. Ich hatte in meiner alten Wohnung tatsächlich die Wahl zwischen DSL, FTTH und Kabel. Dass ich nicht alle 3 Anschlüsse buche, dürfte klar sein.
[o2] roterteufel981 am 01.11. 16:48
+1 -
Vielleicht liegt es daran, dass die, die bekommen können, gleich mehrere Optionen haben, aber schon eine nutzen und andere, die gerne hätten, bekommen gar nichts, weil keine Optionen zur Verfügung stehen?

Bei mir in der Stadt z.B. liegt VDSL2, Kabel UND seit letztem Jahr auch noch FTTH. Ich habe aber schon VDSL2. Also liegen die anderen 2 Optionen brach rum.

Bei anderen auf dem Land gibt es mit Mühe und Not Hybrid DSL aus DSL Light + LTE Unterstützung, an Glasfaser und Kabelinternet ist dabei nicht mal zu denken.

Und ich gehe davon aus, dass das so ziemlich oft läuft.

Entsprechend kommen dann auch solch seltsame % Zahlen bei der Nutzung zusammen.

Dafür braucht es aber nicht wirklich eine Doktorarbeit im Nachdenken ;-)
[o3] 000001a am 01.11. 17:04
+2 -
"Fragt sich, woran das liegt?
brauchen die Konsumenten & Konsumentinnen* kein schnelles Internet oder ist es ihnen zu teuer?"

zu teuer, bzw. ich brauche solch extreme bandbreiten z.z. nicht.
keiner kann mir ein angebotmachen mit 50MBit/30€.
das genügt mir völlig, für 4k-streaming reicht das.

*bei mir wird nicht abgekürzt.
[o4] 0711 am 01.11. 17:32
+2 -
Naja dürfte zu einem guten Teil dem Preis geschuldet sein
[o5] Gast87092 am 01.11. 18:05
+6 -
60€/Monat will halt keiner zahlen
[re:1] FatEric am 02.11. 08:48
+ -
@Gast87092: Bei der Telekom kostet 1 Gbit/s 80€
[o6] Planlos am 01.11. 18:54
+3 -
2-Personen Haushalt, 50k - reicht dicke für alles aus.
Also nicht nur wegen des Preises - warum soll ich die 20 fache Leistung buchen, 3 x so viel wie jetzt zahlen und dabei 90% des möglichen Speeds gar nicht nutze?
[o7] FatEric am 02.11. 08:48
+ -
Es ist einfach zu teuer. Ich hatte FTTH von der Telekom und habe nicht eingesehen, deutlich mehr für Gigabit zu bezahlen, wenn am Ende des Monats die selbe Datenmenge übertragen wird. Wir reden da von 1000€ über die gesamte Vertragslaufzeit zwischen 50 Mbit/s die mir voll ausreichen und 1 Gbit/s die zwar ganz nett sind, aber mir keine 1000€ Wert sind.
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